Pharmazeutische Dienstleistungen: „Jetzt machen, da ist viel im Topf!“

Seit 10. Juni 2022 können Apotheken die honorierten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) anbieten. Mitte September überwies der Nacht- und Notdienstfonds den ersten Auszahlungsbescheid an 89 Apotheken. Apothekerin Margit Schlenk, Neumarkt und Nürnberg, war mit ihren beiden Apotheken dabei und konnte sich über den Honorareingang freuen. In meinem Podcast-Gespräch frage ich sie nach ihren ersten Erfahrungen und wie es mit der Abrechnung lief.

Apothekerin Schlenk hat von den fünf möglichen pharmazeutischen Dienstleistungen, die die Krankenkassen ihren Versicherten bezahlen, bereits alle in ihren beiden Apotheken durchgeführt, mit Ausnahme der intensiven Beratung von organtransplantierten Menschen. Im Mittelpunkt steht bei ihr die Medikationsanalyse, „das ist auch mein Steckenpferd“, wie sie in unserem Gespräch anmerkt. Insgesamt sind zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren beiden Apotheken dafür qualifiziert. 

Aktive Bewerbung von Anfang an

Das Dienstleistungsangebot hat sie von Anfang an aktiv bei ihren Patientinnen und Patienten, die dafür infrage kommen, beworben. Allerdings sind ihre Kundinnen und Kunden schon seit langem für solche Beratungsthemen sensibilisiert: Apothekerin Schlenk hat sich als Erfinderin der Arznei-Sicherheitstüte einen Namen gemacht. Die weiße Papiertüte, bedruckt mit einem Hinweis auf den Beratungsservice der Apotheke, ist ein Angebot an die Kundinnen und Kunden, die erhaltenen und bereits vorhandenen Arzneimittel in dieser Tüte in die Apotheke zu bringen, um sie auf mögliche Wechselwirkungen überprüfen zu lassen. Diese Tüte gibt sie nun zusätzlich mit dem auszufüllenden Daten-Formblatt an ihre Patientinnen und Patienten ab. Für die Auswertung der Arzneimitteldaten nutzt sie die Scholz Datenbank. Werbung für diese Dienstleistungen macht sie außerdem über ihre Homepage, Facebook und mit Infoblättern in der Kundenzeitschrift.

Mehr zum Thema

Wie Apothekerin Margit Schlenk Dienstleistungen erfolgreich anbietet

Die Dienstleistungs-Apothekerin

Apothekerin Margit Schlenk über ihre Erfahrungen mit Telepharmazie

„Es geht um Empathie“

Pharmazeutische Dienstleistungen

Die erbrachten Leistungen kamen bei den Patientinnen und Patienten sehr gut an. Wie ihre Erfahrung zeigt, gibt es nahezu in allen Fällen mindestens einen Punkt im Rahmen der Arzneitherapie, der verbessert werden kann.

Unkomplizierte Abrechnung

Die erfolgte Abrechnung der Leistungen für den Nacht- und Notdienst gestaltete sich einfach und verlief ohne Komplikationen, wie Schlenk berichtet: „Wir haben bei der ersten Auszahlung alle erbrachten Dienstleistungen erstattet bekommen …, das war auch für meine Teammitglieder sehr motivierend.“ Sie ruft ihre Kolleginnen und Kollegen dazu auf, jetzt miteinzusteigen. Die Sorge, eine Leistung mit einem geringeren Honorarsatz oder nicht erstattet zu bekommen, bestehe derzeit nicht, „da ist viel im Topf“, es sei auch wirtschaftlich interessant, so Schlenk.

„Da ist für uns ein neues Zeitalter unseres Berufs angebrochen.“

Für die engagierte Apothekerin geht es allerdings nicht nur um die Erstattung. Für Margit Schlenk ist die Erbringung solcher Dienstleistungen auch ein Muss, „meines Erachtens ist es die zentrale Aufgabe, unsere Kompetenz, die wir im Studium, in der Klinischen Pharmazie erwerben, in die Praxis zu bringen“. Sie ist überzeugt: „Da ist für uns ein neues Zeitalter unseres Berufs angebrochen.“ Inwieweit sie pharmazeutische Dienstleistungen auch als wirtschaftlich interessant beurteilt, welche Dienstleistungen sie sich in Zukunft noch vorstellen kann und wie die Zusammenarbeit mit den Ärzten funktioniert, erläutert sie im Podcast-Gespräch – hören Sie mal rein.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen