Neuer Bluttest soll Long-Covid vorhersagen

Ob jemand nach seiner Corona-Infektion an Long-Covid leidet, hängt nicht zwingend mit der Schwere des Verlaufs zusammen. Auch milde Erkrankungen können die langanhaltenden Symptome zur Folge haben. Ein neuer Bluttest soll das Risiko dafür nun allerdings schon bei der Infektion vorhersagen.

Fast jeder fünfte Corona-Patient erkrankt im Anschluss an Long-Covid. Das zeigen Daten der Centres for Disease Control and Prevention. Die Krankheit, die sich unter anderem durch starke Abgeschlagenheit äußert, kommt sowohl bei milden als auch bei schweren Verläufen vor. Damit lässt sich also nicht vom Verlauf auf das Long-Covid-Risiko schließen.

Einen Anhaltspunkt dafür, ob ein Patient später an Long-Covid erkrankt, haben nun Forscherinnen und Forschern aus Großbritannien aber gefunden: Veränderungen im Blutplasma.

Wie das Team des University College London in einer kleinen, im Fachblatt „Lancet eBioMedicine“ erschienen Studie schreibt, weisen Patienten, die später Long-Covid entwickeln, Störungen in der Konzentration ihrer Plasmaproteine auf. Dabei handelt es sich um Eiweiße mit vielen spezifische Funktionen, die unter anderem die physikalischen Eigenschaften des Bluts stabiliseren, wie die „Apotheken-Umschau“ schreibt. „Abweichende Werte weisen auf Synthesestörungen, Eiweißverlust, bösartige Neubildungen oder Störungen des Wasserhaushalts hin“, heißt es dort weiter.

Stufen von Covid

Viele verwechseln die Begriffe „Long-Covid“ und „Post-Covid“. Laut Definition des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) gilt:

Akute Covid Erkrankung: Symptome und akute Erkrankung bis zu vier Wochen nach der Infektion.

Weiterbestehende Covid-Erkrankung: Symptome vier bis zwölf Wochen nach der Infektion.

Post-Covid: Symptome ab zwölf Wochen nach der Infektion.

Long-Covid: Symptome ab vier Wochen nach der Infektion. Also der Zeitraum nach der akuten Covid-Erkrankung, dieser schließt die weiterbestehende Covid-Erkrankung und Post-Covid ein.

UK-Forscher Corona-Infektion verändert Blutplasma

Das Wissenschaftsteam untersuchte 54 ehemalige Corona-Patienten aus Londoner Krankenhäusern und verglich deren Gesundheitsdaten mit denen von 102 Kontrollpersonen.

Es verwendete dabei eine Analyseform, die äußerst empfindlich auf winzige Änderungen der Proteinmenge im Blutplasma reagiert, um zu untersuchen, wie Covid-19 diese Proteine ​​im Laufe von sechs Wochen beeinflusst. Dabei stellten sie fest: Wer eine nachgewiesene Corona-Infektion hatte, wies bis zu sechs Wochen lang Störungen im Gehalt der Plasmaproteine auf. Die Forscherinnen und Forscher fanden ungewöhnlich hohe Konzentrationen von zwölf der 91 untersuchten Proteine ​​bei den mit Sars-CoV-2 Infizierten, und dass der Grad der Anomalie mit der Schwere der Symptome übereinstimmte.

Sie ermittelten außerdem, dass zum Zeitpunkt der Erstinfektion anormale Konzentrationen von 20 untersuchten Proteinen auf anhaltende Symptome nach einem Jahr hindeuteten. Die meisten dieser Proteine ​​wurden mit gerinnungshemmenden und entzündungshemmenden Prozessen in Verbindung gebracht.

„Unsere Studie zeigt, dass selbst mildes oder asymptomatisches Covid-19 das Profil von Proteinen in unserem Blutplasma stört", fasst Hauptautorin Gaby Captur die Ergebnisse zusammen. "Dies bedeutet, dass selbst mildes Covid-19 normale biologische Prozesse bis zu mindestens sechs Wochen nach der Infektion dramatisch beeinträchtigt." Diese Erkenntnisse könnten die Grundlage für einen Long-Covid-Bluttest schaffen. FOCUS online/Wochit Sehen Sie im Video: Star-Mediziner verrät, welche Hausmittel ihm gegen Corona geholfen haben

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