Lieferengpässe: „Run" auf knappe Arzneimittel durch Meldepflichten?

Beim 44. Wissenschaftlichen Kongress der ADKA lobte ADKA-PräsidentProf. Frank Dörje zwar das politisch-gesetzgeberische Engagement von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Das leidige Thema der Lieferengpässe findet er in den bisherigen Gesetzgebungsplänen jedoch unberücksichtigt.Überraschend erhielt Dörje gesundheitspolitische Unterstützung vom CDU-AbgeordnetenLothar Riebsamen. Der Politiker mahnte aber auch vor Gefahren beieiner Meldepflicht. 

So zäh sich die Koalitionsbildung nach den letztenBundestagswahlen auch gestaltet haben mag, Jens Spahn und das Bundesgesundheitsministeriumscheinen diesen Verzug in puncto Gesetzgebung unbedingt wieder wettmachen zuwollen, findet ADKA-Präsident Dörje. Dieses „hochproduktive“ Engagement – beispielhaft in dieser „langen,beachtlichen Reihe“: das GSAV, das Apotheken-Stärkungsgesetz oder derGesetzentwurf zur Masernimpfpflicht – lobte Professor Frank Dörje in seineneröffnenden Worten am vergangenen Donnerstag zum 44. Wissenschaftlichen Kongressder ADKA (Bundesverband der Deutschen Krankenhausapotheker).

Mehr zum Thema

ADKA

Krankenhauspharmazie: „Die Zeichen stehen günstig“

ADKA-Stellungnahme

Wie finden die Krankenhausapotheker das GSAV?

„Viele Dinge sind nun gesetzlich gut berücksichtigt“, findet der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Krankenhausapotheker. Doch: „Klare und weitergehende Maßnahmen zur Vermeidung von Lieferengpässen fehlen“, kritisiert Dörje, der die Krankenhausapotheke des Universitätsklinikums Erlangen leitet.

Lieferengpässe endlich gesetzgeberisch angehen

Als konstruktiver Partner des Runden Tisches beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) befinde sich die ADKA in einer sehr gut abgestimmten Diskussion. „Leider blieben unsere politischen Forderungen, wie die Einführung einer Meldepflicht bei Lieferunfähigkeit, eine erhöhte Lagerhaltungsverpflichtung bei pharmazeutischen Unternehmern und eine Lieferungspflicht an Krankenhausapotheken, bislang gesetzlich unberücksichtigt“, erinnerte Dörje. „Es ist an der Zeit, gesetzgeberisch zu handeln“. Und weiter: „Wir sind sehr gewillt, alles zu tun, damit das Dauerproblem ,Drug Shortage‘, was ein europäisches ist, besser wird!“

Quelle: Den ganzen Artikel lesen