Immunantwort auf Corona-Mutationen: T-Zellen erkennen neue Varianten – Heilpraxis

Immunsystem von Genesenen oder Geimpften erkennt SARS-CoV-2-Mutationen

Als Ende 2020 verschiedene Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2 auftauchten, kam die Sorge auf, dass die Varianten sich der schützenden Immunantwort entziehen könnten, die durch eine frühere Infektion oder Impfung erzeugt wurde. Dies würde eine erneute Infektion wahrscheinlicher und eine Impfung weniger effektiv machen. Eine aktuelle Studie zu dem Thema legt nun nahe, dass die schützende Immunantwort auf COVID-19 stabiler ist, als bislang gedacht.

Forschende des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), USA, analysierten Blutzellproben von 30 Personen, die sich vor dem Auftauchen der SARS-CoV-2-Varianten mit COVID-19 infiziert und davon erholt hatten. Das Team brachte die Proben in Kontakt mit späteren Formen des Coronavirus, um die Reaktion zu beobachten. Dabei zeigte sich, dass die schützende Wirkung der sogenannten T-Zell-Antwort von früheren Infektionen oder Impfungen auch bei den Varianten aktiv zu bleiben scheint. Die Forschungsergebnisse wurden in dem Fachjournal „Open Forum Infectious Diseases“ vorgestellt.

Wie erkennt das Immunsystem SARS-Cov-2?

Eine zentrale Rolle bei der Immunantwort auf SARS-Cov-2 spielen der Studie zur Folge Immunzellen vom Typ zytotoxische T-Lymphozyten (CD8+ T-Zelle). Diese werden häufig als T-Killerzellen bezeichnet, der Begriff gilt aber als überholt. Sie zählen zu dem adaptiven Immunsystem und ihre Hauptaufgabe besteht darin, infizierte Körperzellen, die sie anhand von Erreger-typischen Antigenen identifizieren, zu eliminieren.

Mit den drei häufigsten Mutationen in Kontakt gebracht

Die Forschenden untersuchten im Rahmen der Studie, ob CD8+ T-Zellen im Blut von genesenen COVID-19-Bertroffenen, die mit dem ursprünglichen Virus infiziert waren, noch andere Varianten des Virus erkennen können. Dazu brachten sie die Proben in Kontakt mit drei weit verbreiteten SARS-CoV-2-Mutationen:

  • B.1.1.7 aus Großbritannien,
  • B.1.351 aus Südafrika,
  • B.1.1.248 aus Brasilien.

Mutationen im Spike-Protein gelten als besonders gefährlich

Nach Angaben der Forschenden weist jede Variante Mutationen im gesamten Virus auf, insbesondere in der Region des Spike-Proteins des Virus, das zum Eindringen in die Zellen von zentraler Bedeutung ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt befürchten, dass Mutationen im Spike-Protein dazu führen könnten, dass das Virus von neutralisierenden Antikörpern, die sich infolge einer Infektion oder einer Impfung bilden, weniger gut erkannt werden kann.

Welche Aufgabe haben zytotoxische T-Lymphozyten?

Neben den Antikörpern, die sich an das Virus binden, um es unschädlich zu machen, stellen CD8+ T-Zellen (T-Killerzellen) die zweite Art der Abwehr dar. Sie begrenzen die Infektion, indem sie Teile des Virusproteins erkennen, die auf der Oberfläche von infizierten Zellen präsentiert werden. Diese Zellen werden von den CD8+ T-Zellen zerstört.

Welcher der beiden Abwehrmechanismen eine größere Rolle bei der Immunantwort auf SARS-Cov-2 spielt, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Forschenden gehen aber davon aus, dass beide Mechanismen erforderlich sind, um eine starke Immunantwort zu erzeugen.

Ergebnisse der Studie

In der aktuellen Studie zeigte die Arbeitsgruppe, dass die Immunantwort auf SARS-CoV-2 von Seiten der CD8+ T-Zellen weitgehend aktiv bleibt und alle untersuchten Varianten erkennen kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die T-Zell-Antwort bei überstandenem COVID-19 oder nach einer Impfung weitgehend unbeeinflusst bleibt und auch Schutz gegen neue Varianten zu bieten scheint. Es seien jedoch größere Studien notwendig, um dies zu bestätigen.

Die Forschenden betonen, dass sich eine optimale Immunität gegen SARS-Cov-2 wahrscheinlich aus starken multivalenten T-Zell-Antworten und aus neutralisierenden Antikörpern zusammensetzt. Das Team unterstreicht, wie wichtig es ist, die Immunantworten bei genesenen und geimpften Personen weiter zu beobachten. (vb)

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