Führungswechsel bei Douglas

Überraschend wird die Vorstandsvorsitzende der Parfümeriekette Douglas Tina Müller zum 1. November abgelöst. Ihr Nachfolger Sander van der Laan soll vor allem die Kosten im Unternehmen drücken. Müller hatte die Entwicklung Richtung Gesundheitsbereich vorangetrieben, unter anderem durch die Übernahme des Arzneimittelversenders Dispao. 

Wer kennt sie nicht: Die Werbekampagne „Umparken im Kopf“, die mithilfe des Fußballtrainers Jürgen Klopp Opel von seinem eher spießigen Image befreien sollte. Verantwortlich war die damalige Marketingchefin Tina Müller, die vor ihrem Wechsel in die Automobilbranche bei Henkel u.a. für Schwarzkopf zuständig war. Die Schönheitsbranche ließ Müller aber offensichtlich nicht los und so wurde sie 2017 Vorstandsvorsitzende beim Parfümeriekonzern Douglas.

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Dort baute sie das Onlinegeschäft  – nicht zuletzt auch der Corona-Krise geschuldet – massiv aus. Zudem wandte sich der Konzern unter ihrer Führung immer mehr dem Gesundheitsbereich zu. Dies gipfelte im Februar dieses Jahres in der Übernahme des Arzneimittelversenders Disapo. Damit wolle sich Douglas ein neues Wachstumsfeld erschließen, äußerte Müller seinerzeit: „Die Märkte für Schönheit und Gesundheit wachsen zunehmend zusammen. Mit dem Einstieg in den Online-Apothekenmarkt werden wir die Wachstumschancen im Gesundheitsmarkt systematisch nutzen.“

Doch ob und wie es bei diesen Zielen weitergeht, wird Müller zukünftig nur noch vom Spielfeldrand aus beobachten. Denn wie gestern bekannt wurde, wird sie zum 1. November als Vorstandsvorsitzende abgelöst und wechselt in den Aufsichtsrat.  Ihr Nachfolger wird ab 1. November Sander van der Laan, der zuletzt Vorstandsvorsitzender des niederländischen Non-Food-Retailers Action war.

Kein freiwilliger Abgang

Zwar betont Müller in der Pressemeldung, es sei ihre eigene Entscheidung gewesen, ihren Posten abzugeben. Doch ganz so freiwillig soll der Abgang nicht erfolgt sein. Im Vorfeld soll es Unstimmigkeiten zwischen Müller und dem Douglas-Mehrheitseigner, dem Finanzinvestor CVC, gegeben haben. Während Müller weiter in die Digitalisierung investieren wollte, sei es CVC um Kostensparen gegangen. Dafür dürfte mit dem als Sanierer bekannten van der Laan der richtige Kandidat gefunden worden sein. Zu dessen Aufgaben gehört es nun laut Aufsichtsratschef Henning Kreke neben einer Steigerung der Profitabilität u.a. auch, „das Apothekensortiment vollständig zu integrieren“. Zumindest vorerst dürfte damit kein Verkauf von Disapo geplant sein.

Bleibt abzuwarten, wie es bei Müller weitergeht. Gut möglich, dass wir sie schon bald in führender Position bei einem Plattformbetreiber im Gesundheitswesen oder einem ähnlichen Unternehmen wiedersehen.

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