Fatale Panne: Nun müssen Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson vernichtet werden

47,0 Prozent (39,1 Millionen Menschen) sind laut RKI mindestens einmal gegen Corona geimpft, 23,9 Prozent (19,9 Millionen) bereits vollständig geimpft. Spahn plant den Curevac-Impfstoff derweil nicht mehr für laufende Impfkampagne ein. Alle Meldungen rund ums Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 12. Juni 2021

  • Auf dem schnellsten Weg zum Pieks: Hausarzt, Impfzentrum, Drive-In, Newsletter: So kommen Sie jetzt an Ihren Impf-Termin
  • Biontech, Moderna, Astrazeneca (Vaxzevria), Curevac – Die wichtigsten Coronavirus-Impfstoffe im Check

Mehr als jeder Vierte in Deutschland vollständig geimpft

11.38 Uhr: Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland ist vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut (RKI) gaben die Impfquote am Samstag mit 25,7 Prozent an. Dabei sind alle Impfungen bis einschließlich Freitag berücksichtigt.

Vollständig geimpft seien damit 21.350.096 Menschen, hieß es weiter. Die Quote der Erstimpfungen wurde mit 48,1 Prozent der Bevölkerung angegeben. Dies betrifft nun mehr als 40 Millionen Menschen (40.003.604).

In den Bundesländern Bremen, Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ist bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Am niedrigsten ist die Quote in Sachsen mit 43 Prozent.

Hausarzt löst mit "offenem Impftag" Mega-Ansturm aus

10.45 Uhr: Mit einem "offenen Impftag" für Corona-Schutzimpfungen hat ein Hausarzt im hessischen Babenhausen einen Ansturm ausgelöst. Bereits vor dem Start der Aktion am Samstagmorgen um 8.00 Uhr hätten sich rund 1500 bis 2000 Menschen vor Ort eingefunden und sich in Warteschlangen eingereiht, sagte der Bürgermeister der südhessischen Stadt, Dominik Stadler (parteilos), der Deutschen Presse-Agentur. Die Leute seien teils bereits am Vortag angereist und hätten vor der Praxis campiert. Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff gegen Covid-19.

Der Bürgermeister rief dazu auf, nicht mehr anzureisen, da es im Stadtgebiet bereits zu erheblichen Verkehrseinschränkungen komme und die vorgesehenen Parkplätze voll seien. Polizei und Ordnungsamt seien vor Ort, um die Verkehrssituation unter Kontrolle zu halten.

Nach den Worten Stadlers hatte der Hausarzt etwa eine Woche zuvor bekanntgegeben, dass er 1000 Impfdosen bestellt habe und diese am Samstag ohne vorherige Registrierung vergeben werde. Man habe von städtischer Seite von vornherein Bedenken zu den Plänen geäußert, weil die Befürchtung bestand, eine freie Vergabe der Impfungen könne zu einer schwierigen und "nicht steuerbaren" Lage führen, sagte Stadler. Die Stimmung unter den Wartenden sei aber friedlich und gelöst, alle hielten sich an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Dennoch werde man im Falle einer Wiederholung der Aktion nachsteuern.

Nach zwei Stunden waren nach Angaben Stadlers bereits rund 300 Personen geimpft, pro Stunde erhielten etwa 90 Menschen ihre Corona-Schutzimpfungen, da ein größeres Team die Impfungen durchführe. Um den Zustrom zu lenken sei ein Parkplatz eigens mit einer Art Parcours ausgestattet worden, so der Bürgermeister.

Fatale Verwechslung bei Produktion: Nun müssen Millionen Impfdosen vernichtet werden

Samstag, 12. Juni, 07.30 Uhr: Nach einer Produktionspanne in einem US-Werk muss der Corona-Impfstoff-Hersteller Johnson & Johnson Millionen Impfdosen vernichten. Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen seien wegen einer möglichen Kontamination unbrauchbar, teilte die Arzneimittelbehörde FDA mit. Weder die FDA noch der Hersteller nannten eine genaue Zahl. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Impfdosen betroffen seien.

Die Firma Emergent BioSolutions, die in einem Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland das Corona-Vakzin für J&J herstellt, hatte die Produktion im April auf Anordnung der FDA eingestellt, nachdem die Inhaltsstoffe des Präparats aus Versehen mit denen des Vakzins von Astrazeneca vertauscht worden waren. 

Derzeit wird geprüft, ob 60 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs, die in Baltimore produziert wurden, den Qualitätsvorgaben entsprechen. Für zehn Millionen Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson erteilte die FDA derweil die Freigabe.

Auch Kanada kündigte am Freitag an, 300.000 Dosen des J&J-Impfstoffs aus dem Werk in Baltimore nicht zu verwenden. "Aufgrund der Bedenken, (…) wird Health Canada die erhaltenen Lieferungen nicht verteilen, um die Gesundheit und Sicherheit der Kanadier zu schützen", erklärte das Gesundheitsministerium in Ottawa am Freitag.

Der Impfstoff von J&J, der zunächst ausschließlich in den Niederlanden produziert worden war, hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten und wird dort intensiv verabreicht. Kanada hatte das Mittel im März zugelassen, die 300.000 erhaltenen Dosen wegen Qualitätsbedenken aber nicht verimpft. Auch in der EU, wo das Vakzin seit knapp drei Monaten zugelassen ist, ist es noch nicht im Einsatz.

Im Gegensatz zu den anderen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen ist bei dem Vakzin von Johnson & Johnson nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig. Außerdem ist die Lagerung und Auslieferung vergleichsweise einfach. Der J&J-Impfstoff war deswegen in den USA verstärkt eingesetzt worden und soll auch in der EU bei einer Beschleunigung der Impfkampagnen helfen.

Italien lockert Corona-Beschränkungen, aber verschärft Astrazeneca-Regeln

18.25 Uhr: Italien lockert in vielen Landesteilen weiter die Corona-Beschränkungen und hat die Regeln für die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geändert. Ab kommender Woche sollen weitere Regionen in die sogenannte Weiße Zone mit den lockersten Corona-Regeln fallen, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom sagte. Dazu gehören ihm zufolge unter anderem die norditalienischen Regionen Emilia-Romagna und Piemont, die Lombardei mit der Metropole Mailand, die Autonome Provinz Trient, Latium mit der Hauptstadt Rom und Apulien. Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/Archiv Eine Ampulle mit dem Astrazeneca-Impfstoff.

Dort entfallen unter anderem die nächtliche Ausgangssperre und die Beschränkungen in der Außengastronomie. Damit gelten für den überwiegenden Teil der Menschen in Italien die lockersten Corona-Regeln.

Italien will Speranza zufolge außerdem in der Covid-19-Impfkampagne das Vakzin von Astrazeneca nur noch an Menschen über 60 Jahre verabreichen. Für jüngere Leute sollen die mRNA-Impfstoffe bereit stehen. Man folge damit der Empfehlung der italienischen Gesundheitsexperten. Für Aufregung hatte unter anderem der Fall einer jungen Frau gesorgt, die sich laut Medienberichten mit Astrazeneca hatte impfen lassen und wenige Tage später in einem Krankenhaus starb. In ihrem Körper sollen sich Thrombosen gebildet haben. Der Fall wird den Berichten nach untersucht. Die Gesundheitsexperten wiesen darauf hin, dass so etwas äußerst selten vorkomme.

Kinder rufen wegen Corona-Impfung an: "Teilweise herrschen an den Schulen Wettbewerbe"

15.59 Uhr: 12- bis 15-Jährige dürfen nun in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden – auch wenn die Immunisierung nur für Kinder mit Vorerkrankungen empfohlen wird. Die "Bild"-Zeitung sprach mit dem Kinderarzt Martin Karsten über diesbezügliche Anfragen. "Bei uns laufen die Eltern tatsächlich Sturm, um ihre Kinder impfen zu lassen. Das mag andernorts anders sein, aber bei uns ist die Nachfrage enorm groß", sagte der Mediziner dem Blatt. Oft gehe der Impuls sogar von den Kindern selbst aus.

"Ganz viele berichten, dass sie Druck von ihren Kindern bekommen, weil die unbedingt geimpft werden wollen. Teilweise herrschen an den Schulen Wettbewerbe, wer schon alles geimpft ist", berichtet Karsten. Manch 16-Jähriger drohe seinen Eltern sogar damit, sich selbst einen Termin im Impfzentrum zu besorgen, sollten sie ihr Kind nicht zur Immunisierung anmelden. So würden viele 12- bis 16-Jährige in seiner Praxis anrufen, um einen Impftermin zu vereinbaren.

"Wir müssen in dieser Altersklasse schon enorm auf die Bremse drücken, das hätte ich nicht gedacht", sagte Karsten der "Bild"-Zeitung. Der Mediziner sieht den Grund für das große Impfinteresse in der Angst, zukünftig wieder isoliert zu werden. Daher sei es wichtig, Kindern vor Augen zu führen: "Ihr dürft am normalen Leben teilnehmen, Freunde treffen, ins Schwimmbad gehen, Spaß haben – und zwar egal, ob ihr geimpft seid oder nicht."

Stiko: Empfehlung zu Kinderimpfung kann sich jederzeit ändern

14.21 Uhr: Die Ständige Impfkommission behält sich vor, ihre Empfehlung vom Donnerstag zur Corona-Impfung für Jugendliche jederzeit anzupassen. "Stiko-Empfehlungen sind ja nicht in Stein geschlagen", sagte Stiko-Mitglied Fred Zepp, ehemaliger Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz, am Freitag bei einer virtuellen Pressekonferenz des Science Media Centers. "Wenn wir in ein oder zwei Monaten erweiterte Erkenntnis haben, dann haben wir immer noch großen Spielraum bis zum Schulbeginn, darüber erneut zu beraten und das eventuell anzupassen."

 

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