Ernährung: Meersalz, koscheres Salz oder Himalaya-Salz besser als Tafelsalz? – Heilpraxis

Bieten die Alternativen zum Tafelsalz gesundheitliche Vorteile?

Zu viel Salz ist ungesund und kann Bluthochdruck mit weiteren Folgebeschwerden fördern. Bieten Meersalz, koscheres Salz oder Himalaya-Salz hier gesündere Alternativen? Die Ernährungsexpertin Dr. Julia Zumpan von der Cleveland Clinic (USA) klärt auf.

Rosafarbenes Himalaya-Salz, koscheres Salz und Meersalz suggerieren, dass sie als natürliche Salze nahrhafter als Speisesalz sind und gesundheitliche Vorteile bieten. Inwiefern hier Unterschiede bestehen, erläutert die Ernährungsexpertin in einem aktuellen Beitrag der Cleveland Clinic.

Salz erhöht den Blutdruck

Der Körper braucht jeden Tag etwas Salz. Dieses helfe beispielsweise, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, so Zumpano. Oft werde jedoch weit mehr als die empfohlene Menge Salz aufgenommen. „Der Verzehr von zu viel Salz zieht zusätzliche Flüssigkeit in die Blutgefäße. Dadurch steigt der Blutdruck, was das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle erhöht“, erklärt die Expertin. Außerdem könne der Verzehr von zu viel Salz zu einem Völlegefühl und Blähungen führen.

Unterschiede der Salz-Herstellung

Welche Unterschiede bestehen zwischen den Salz-Alternativen. Meersalz wird beispielsweise durch Verdampfen von Meerwasser hergestellt und enthält keine Zusatzstoffe. Koscheres Salz wird wie Tafelsalz aus Salzvorkommen gewonnen, enthält aber selten Zusatzstoffe. Und „Salze, die rosa, rot, blau oder grau sind, spiegeln die Spurenelemente in den Salzlagerstätten wider, in denen sie abgebaut wurden, vom Himalaya-Gebirge bis zu den Vulkanen auf Hawaii“, erläutert Zumpano.

Natriumchlorid der Übeltäter

Bleibt die Frage, ob die unraffinierten oder weniger raffinierte Salze besser als hoch raffiniertes Speisesalz sind. Die kurze Antwort von Zumpano lautet: Nicht wirklich! Denn unabhängig davon, woher es kommt, enthalte Salz die gleiche Menge an Natriumchlorid, dem Übeltäter hinter so vielen Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Jodgehalt im Speisesalz

Außerdem sei Kochsalz zwar stärker verarbeitet, aber es bilde das einzige Salz, das ausreichende Mengen an Jod enthält. „Sie brauchen diesen Nährstoff für die allgemeine Gesundheit und insbesondere für die Gesundheit der Schilddrüse“, betont Zumpano. Jodmangel könne zu einem Kropf (massive Schwellung der Schilddrüse) führen und erst durch die Zugabe von Jod zum Speisesalz im Jahr 1924 sei die Kropf-Epidemie in den USA beendet worden.

Die steigende Beliebtheit von Meersalz, koscherem Salz und gefärbtem Salz könnte demnach auch dazu führen, dass wieder mehr Menschen an einem Kropf leiden.

Zu hoher Salzkonsum

Grundsätzlich essen die meisten Menschen in den USA und auch in Deutschland zu viel Salz. Die Speisesalzzufuhr liegt in Deutschland bei rund 70 Prozent der Frauen und bei circa 80 Prozent der Männer über dem Orientierungswert von sechs Gramm Speisesalz pro Tag, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) unter Berufung auf die „Studie zur Gesundheit in Deutschland“ (DEGS). Bei 39 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer liegt die Speisesalzzufuhr sogar bei mehr als zehn Gramm pro Tag.

„Ausgehend von dem Orientierungswert für die Speisesalzzufuhr von bis zu 6 g Speisesalz/Tag zeigt sich, dass die Speisesalzzufuhr bei einem großen Anteil der Bevölkerung deutlich über diesem Wert liegt und die Mehrheit der Bevölkerung somit zu viel Salz isst“, resümiert die DGE.

Tipps zum Salz-Verzicht

Die Ernährungsexpertin der Cleveland Clinic hat hier einige Tipps, um die Salzaufnahme zu senken:

  • Vermeiden Sie verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte , da diese oft einen hohen Salzgehalt haben.
  • Bitten Sie in Restaurants, das Salz wegzulassen beziehungsweise Speisen ohne Zusatz von Salz zuzubereiten. Fragen Sie nach natriumarmen Menüoptionen
  • Lesen Sie immer die Etiketten und achten Sie besonders bei Suppen und verarbeitetem Fleisch wie Wurstwaren, Hot Dogs, Würstchen und Schinken auf den Natriumgehalt.
  • Kaufen Sie salzfreie Snacks. Wählen Sie natriumarme oder salzfreie Sorten von Crackern, Nüssen oder anderen Snacks zum Knabbern. Ziehen Sie natürlich salzfreie Vollwertkost wie Joghurt, frisches Obst oder Gemüse in Betracht.
  • Würzen Sie Speisen mit Kräutern, Gewürzen, frischem Knoblauch oder Zwiebeln und verzichten Sie auf Salz. Kräuter erhöhen den Blutdruck nicht, und viele haben eine entzündungshemmende Wirkung.

(fp)

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