Ein Blick in Deutschlands erstes Corona-Impfzentrum: So läuft die Impfung ab

In Ulm entsteht derzeit Deutschlands erstes Corona-Impfzentrum. Prof. Dr. Bernd Kühlmuß vom Deutschen Roten Kreuz, der das Zentrum konzipiert hat, erklärt, wie die Impfungen ablaufen sollen und wer überhaupt dort geimpft werden kann.

Im Gespräch mit „RTL“ beschreibt Prof. Dr. Bernd Kühlmuß den Aufbau des ersten deutschen Impfzentrums in einer Messehalle in Ulm. Es sei aufgeteilt in verschiedene Modul-Stationen, zu denen man in S-förmigen Wegen läuft. Bei der ersten Station erfolge die Registrierung, die Ausstellung der Impfbescheinigung und die Überprüfung der Impfeinladung, denn nicht jeder könne sich sofort in Ulm impfen lassen.

Geimpft wird nur auf Einladung

"Jeder, der sich in dem Zentrum impfen lassen möchte, braucht eine Einladung", sagt Kühlmuß. Hierbei werde es eine klare Priorisierung geben.

Denn die Frage, wer als erstes den Impfstoff bekommt, besitze sowohl eine wissenschaftlich-fachliche als auch eine ethische Komponente.

Um diese Entscheidung zu treffen, arbeiten die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts und der Deutsche Ethikrat zusammen. Aus dem Votum der drei werde eine Indikationsliste  zu Priorisierung bei den Impfungen gebildet, erklärt der Arzt.

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Im zweiten Modul des Impfzentrums soll dann die allgemeine Aufklärung folgen, berichtet Kühlmuß bei "RTL". Ein 15-minütiges Video erkläre hier, wie genau die Impfung ablaufe, warum man geimpft werde und welche Nebenwirkungen möglich seien. Zudem werde auch über mögliche Alternativen aufgeklärt. Nach dem Video könne die zu impfende Person in einem individuellen Gespräch mit einem Arzt noch weitere Fragen stellen.

„Wenn Sie nicht geimpft werden wollen, dann können Sie auch wieder gehen“

Kühlmuß betont: "Niemand wird gegen seinen Willen geimpft! Wenn Sie nicht geimpft werden wollen, das ist ja Ihre freie Entscheidung, dann können Sie auch wieder gehen“. Wer allerdings geimpft werden möchte, werde zum nächsten Modul weitergeleitet, bei dem die Impfung durch Fachpersonal in den Oberarm erfolge.

Der aktuell genutzte Impfstoff sehe vor, dass man danach noch 30 Minuten beobachtet werden muss. Dies geschehe im letzten Modul des Impfzentrums. Unter Beachtung der gültigen Hygiene- und Abstandsreglungen warte man hier in kleinen Gruppen noch eine halbe Stunde, bevor man schließlich geimpft wieder nach Hause gehen könne.

dpa Manne Mucha, Sozialminister Baden-Württemberg, lässt sich im Messezentrum den Ablauf einer Impfung demonstrieren.  

120 Impfungen pro Stunde – 1680 Impfungen pro Tag

Im Ulmer Impfzentrum sollen 120 Impfungen pro Stunde durchführbar sein, was bedeutet, dass 1680 Menschen an einem Tag gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Allerdings sollen Impfzentren auch beliebig ausbaubar sein, in Ulm gäbe es beispielsweise noch eine zweite Messehalle, die man nutzen könnte, um so die doppelte Anzahl an Menschen zu impfen.

Am 15. Dezember soll das erste Impfzentrum in Ulm in Betrieb gehen. Einen Monat später sollen dann die ersten Kreisimpfzentren dazukommen. „Sukzessive soll natürlich die Impfung dahin verortet werden, wo sie hingehört, nämlich in den ambulanten Behandlungssektor – sprich zu Ihrem Hausarzt“, erklärt Kühlmuß gegenüber dem Sender. Derzeit sei dies allerdings noch nicht umsetzbar, da der Impfstoff bei mindestens -70 Grad Celsius gelagert werden müsse und auch die anschließende 30-minütige Beobachtung logistisch für keinen Hausarzt möglich wäre. 

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