COVID-19 überlastet Europas Gesundheitssysteme

Während in Deutschland noch zäh zwischen Bund und Ländern über neue Maßnahmen gegen die Pandemie gerungen wird, eskaliert die Lage in vielen Ländern Europas bereits. Die WHO zeigt sich besorgt und Europaparlamentarier mahnen, Corona nicht zu verharmlosen.

„Ich bin wirklich wütend über diejenigen, die immer noch behaupten, Corona sei nicht schlimmer als eine Grippe und die die Gefahr einer zweiten Welle herunterspielen. Ich bin schockiert über die dramatische Entwicklung der Zahlen in Deutschland und unseren Nachbarländern“, sagt der Mediziner und CDU-Europaabgeordnete Dr. med. Peter Liese. Besorgt ist der Politiker, wenn er über die Grenze blickt und dort etwa in Belgien, Spanien, Frankreich und Tschechien die Gesundheitssysteme bereits am Limit sieht.

WHO-Europa-Chef ist besorgt

Auch WHO-Europa-Regionaldirektor Dr. Hans Henri P. Kluge zeigt sich in einem Statement vom 15. Oktober besorgt über die Lage in Europa. COVID-19 sei nun die fünfthäufigste Todesursache und die Zahl von Tausend Toten pro Tag überschritten. Aktuell zähle man doppelt bis dreifach so viele Neuinfektionen wie zum Höhepunkt der ersten Welle im April. „Die Pandemie wird nicht von allein abebben“, sagt der WHO-Europa-Chef. Dass viele europäische Länder nun die Maßnahmen verschärften, sei gut und genau richtig – das sei „notwendig und angemessen“. 

Mit Stand zum 16. Oktober 2020 gab es in gesamt Europa einen Zuwachs um 156.702 Neuinfektionen, in den vorangegangenen sieben Tagen waren es insgesamt 841.896 Neuinfektionen. Eine tagesaktuelle Übersichtskarte bietet etwa die Berliner Morgenpost hier.  

Spitzenreiter bei den täglichen Zuwachszahlen ist Deutschlands Nachbarland Frankreich. Mit zuletzt 30.621 Neuinfektionen (Stand 16. Oktober) und einer Inzidenz von 205,8 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen ist das Infektionsgeschehen dort am dynamischsten.

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