COVID-19: Informationsbeschaffung über Social Media und Fernsehen fehleranfällig – Heilpraxis

Welche Informationsquellen zu COVID-19 sind vertrauenswürdig?

Die COVID-19-Pandemie ist geprägt durch ein hohes Maß an Unsicherheiten und entsprechend hoch ist das Bedürfnis nach verlässlichen Informationen. Doch welche Quellen können diese bieten und wo ist das Risiko der Fehlinformation besonders hoch?

Während manche Personen auf staatliche Gesundheitswebseiten als vertrauenswürdigste Informationsquelle zu COVID-19 setzen, haben andere diesen gegenüber großes Misstrauen und nutzen eher Social Media, Youtube und Co. In einer aktuellen Studie wurde nun untersucht, wie sich die verschiedenen Informationsquellen auf das Faktenwissen zu COVID-19 auswirken. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Current Medical Research & Opinion“.

Befragung sollte bevorzugte Informationsquellen identifizieren

Für die Untersuchung hat das Forschungsteam der Pennsylvania State University (USA) zwischen dem 25. und 31. März 2020 insgesamt 5.948 erwachsene Menschen in Pennsylvania befragt. Die Befragung wurde nach dem Ausbruch von COVID-19 Anfang März 2020 schnellstmöglich entwickelt, um das öffentliche Wissen, die Wahrnehmung und die bevorzugten Informationsquellen zu COVID-19 zu identifizieren, berichten die Forschenden.

Aussagen mussten als wahr oder falsch eingestuft werden

Den Teilnehmenden wurden bei der Befragung 15 Aussagen über COVID-19 vorgelegt, dann wurden sie befragt, ob sie die Aussagen für wahr oder falsch hielten und wie sicher sie sich bei ihrer Antwort waren. Die Umfrage bot einen Einblick in die öffentliche Nutzung von Informationen inmitten eines nationalen Notfalls und beantwortete Fragen darüber, woher die Menschen ihre Informationen über das Coronavirus bezogen und welchen Nachrichtenquellen sie am meisten vertrauten, erläutert das Team.

Wissen über Übertragung und Behandlung ermittelt

Die Fragen deckten das Wissen über mehrere Bereiche von COVID-19 ab. Diese umfassten beispielsweise die Übertragung, den Schweregrad und die Behandlung, berichten die Fachleute. Die gestellten Fragen in jedem Bereich wurden von den Forschenden entweder als leicht, mittelschwer oder schwer eingestuft.

Weniger wahres Wissen dank Fehlinformationen?

Die Ergebnisse der Umfrage waren durchaus besorgniserregend. Es zeigte sich, dass Menschen, die sich darauf verlassen, dass Fernsehen und Facebook sie mit Nachrichten über die Coronavirus-Pandemie versorgen, weniger über COVID-19 wussten, als Personen, die ihre Informationen über staatliche Gesundheitsportale bezogen. Das Faktenwissen sei bei ihnen deutlich geringer ausgefallen, betonen Forschenden.

Mehr falsche Antworten durch Nutzung von Facebook

Zudem zeigte sich, dass Erwachsene, die Facebook in irgendeiner Weise als zusätzliche Nachrichtenquelle nutzten, schlechter bei der Beantwortung von Fragen zu COVID-19 abschnitten, verglichen mit Personen, die sich nicht auf Facebook verließen, so das Forschungsteam weiter.

Facebook statt Nachrichten?

„Der Aufstieg der sozialen Medien hat die Art und Weise verändert, wie sich Menschen auf der ganzen Welt über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden halten. Studien zeigen, dass sich bis zu 66 Prozent der Amerikaner auf soziale Medien verlassen, wenn es um Nachrichten geht”, berichtet Dr. Robert P. Lennon vom Penn State College of Medicine in einer Pressemitteilung. Dies sei durchaus besorgniserregend, denn Fehlinformationen und Missverständnisse über COVID-19 und die Ausbreitung des Virus hätten die Pandemie wahrscheinlich sogar angeheizt.

Regierungswebseiten vertrauenswürdigste Nachrichtenquellen

Die Ergebnisse der Studie zeigten auch, dass die Nachrichtenquellen, die das größte Vertrauen genießen, die Regierungswebseiten waren (42,8 Prozent), gefolgt vom Fernsehen (27,2 Prozent).

Es gab einen klaren Zusammenhang zwischen der Frage, woher die Befragten ihre Informationen beziehen, und ihrem Wissen über das Coronavirus. Allerdings ist bei dem schlechten Abschneiden der Informationsbeschaffung über das Fernsehen zu bedenken, dass in den USA deutlich mehr Sender bestehen als beispielsweise in Deutschland und dort vielfach Aussagen verbreitet werden, deren Wahrheitsgehalt zumindest als grenzwertig einzustufen ist.

Besseres Verständnis ermöglicht Einhaltung von Richtlinien

Die Ergebnisse zeigen nach Aussagen der Fachleute, wie wichtig es ist, bei der Gestaltung von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu berücksichtigen, woher die Menschen ihre Nachrichten beziehen. Die Forschenden erklären hierzu, dass Ratschläge wie „bleiben Sie zu Hause, waschen Sie Ihre Hände, tragen Sie eine Maske und beschränken sie ihe Kontakte”, nur wirksam sind, wenn sie auch verstanden werden.

„Effektive Kommunikation ist ein entscheidendes Element für die erfolgreiche Bewältigung einer Pandemie, denn damit die Ausbreitung der Krankheit eingedämmt werden kann, muss sich die Öffentlichkeit an die Empfehlungen der öffentlichen Gesundheit halten”, so Lennon.

Sollten Nachrichtenquellen besser überwacht werden?

Der erste Schritt zur Befolgung sei das richtige Verständnis der Empfehlungen, daher ist es besonders wichtig zu berücksichtigen, wie die Öffentlichkeit Informationen bezieht und diese Quellen zu überwachen, um auftauchende Fehlinformationen zu korrigieren, fügt der Experte hinzu. (as)

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