Biontech-Gründer: Daten für Kinder-Impfung bis Ende September

News zur Coronavirus-Impfung vom 11. September 2021

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Biontech-Gründer: Daten für Kinder-Impfung bis Ende September

15.05 Uhr: Den Biontech-Gründern Ugur Sahin und Özlem Türeci zufolge sollen die Daten für eine Impfung von Fünf- bis Elfjährigen mit dem Corona-Impfstoff des Unternehmens bis Ende September vorliegen. Die Dosis für diese Altersgruppe werde bei zehn Mikrogramm liegen, einem Drittel der Dosis bei Erwachsenen, sagte Türeci der "Bild am Sonntag".

Die Daten für die noch jüngeren Kinder lägen gegen Ende des Jahres vor. "Da werden wir mit der Dosis noch mal runtergehen können."

Biontech hatte am Freitag angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren beantragen zu wollen. Die Studienergebnisse liegen demnach bereits vor und müssen nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) hatte mitgeteilt, sie könne noch keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung nennen. Die Produktion wird vom Unternehmen bereits vorbereitet.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hatte betont, dass von der Impfung vor allem besonders gefährdete Kinder profitieren würden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) werde nach einer Zulassung womöglich wie bei den 12- bis 17-Jährigen erst einmal für diese Gruppe entscheiden, sagte Jörg Dötsch der Deutschen Presse-Agentur. Es gelte, das Risiko auch für eventuell noch unerwartete Nebenwirkungen gegen den Nutzen des Impfschutzes abzuwägen.

Zum Thema Auffrischungsimpfungen sagte Sahin, es komme dabei auch auf die gewünschte Strategie an. "Will man die Infektionen insgesamt auf einem niedrigen Level halten, braucht man einen hohen Antikörper-Spiegel, damit Ansteckungen verhindert werden können. Für dieses Ziel ist die dritte Impfung sinnvoll", sagte er der "Bild am Sonntag". "Will man aber schwere Erkrankungen und das Überlaufen der Intensivstationen verhindern, kann man durchaus auch eine andere Strategie fahren und mit Auffrisch-Impfungen länger warten."

Beim weiteren Verlauf der Pandemie in Deutschland zeigte sich Sahin optimistisch: Im nächsten Frühjahr seien fast alle in der Bevölkerung entweder durch Impfstoffe oder durch Infektion immun, glaubt er. "Das Virus ist dann zwar noch da, aber die Strategien, wie die Gesellschaft mit ihm umgeht, werden nicht mehr strittig sein. Das Virus wird seinen Schrecken verlieren."

Sonntag, 12. September, 08.08 Uhr: Nur noch Geimpfte dürfen rein: Ein Berliner Wirt hat für ein Bierfest ab Ende September in seinem Lokal freiwillig die sogenannte „1G“-Regel eingeführt. „Da gehe ich auf Nummer sicher“, sagte Josef Laggner, Besitzer der „Fischerhütte am Schlachtensee“, zur „Bild am Sonntag“. Das historische Gasthaus im Südwesten Berlins hält ab 24. September ein eigenes Oktoberfest ab und erwartet viele Besucher.

„Ich bin für meine Gäste verantwortlich“, sagte Laggner. „Beim Oktoberfest geht es lustig zu. Es wird gesungen, geschunkelt, auf den Bänken gestanden.“ Mit der „2G“-Regel, die auch Genesene mit einschließt, müsse er selbst entscheiden, ob der Immunschutz eines genesenen Gastes bereits ausreichend ist. „Das kann ich und will ich nicht“, erklärte Laggner. „Ich bin kein Arzt, sondern Gastronom.“ Der Berliner Senat hatte unlängst die „2G“-Regel für Tanzveranstaltung beschlossen. Dort entfällt dann auch die Maskenpflicht.

20.06 Uhr: Alt-Bundespräsident Joachim Gauck hat die Gegner einer Impfung gegen das Coronavirus scharf angegriffen. Bei einer Tagung für Lehrer am Samstag in Rostock betonte er, dass die Pandemie noch nicht überwunden sei. "Dann ist ja auch schrecklich, dass wir in einem Land leben, in dem nicht nur Bildungswillige leben, sondern auch hinreichende Zahlen von Bekloppten. Also Entschuldigung: Das darf ich mal so locker formulieren, ich bin ja jetzt Rentner und muss nicht mehr auf jedes Wort achten." Gauck (81) sagte, dass die Menschen mit ihrer Einsicht "Impfen sei schädlich" nicht für sich selbst, sondern für ihr Umfeld Probleme schafften. "Das ist ja alles unglaublich."

"Nicht angemessen": Ärztepräsident Reinhardt gegen noch mehr Druck auf Ungeimpfte

Samstag, 11. September, 07.48 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält stärkere Einschränkungen für Ungeimpfte derzeit für unangebracht. "Im Moment bin ich dagegen", sagte Reinhardt der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Noch mehr Druck auf Nicht-Geimpfte auszuüben, wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen." Er war gefragt worden, ob er ein Befürworter einer stärkeren Verbindlichkeit von "2G"-Regeln sei, bei denen nur Geimpfte und Genesene Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen haben.

Der Präsident der Bundesärztekammer argumentierte, zum einen sei das Gesundheitssystem aktuell nicht so sehr beansprucht, dass das von dieser Seite her legitimiert wäre. "Zum anderen dürfte mehr Druck bei Unentschlossenen, die man mit vernünftigen Argumenten überzeugen könnte, eher Gegenreaktionen auslösen. Auf diese Weise werden wir die fehlenden 20 bis 25 Prozent bei der Impfquote kaum erreichen." Reinhardt plädierte dafür, vielmehr "noch stärker und gezielter" zu versuchen, "bestehende Zweifel zu zerstreuen und Fake-News über das Impfen (…) konsequent zu korrigieren". dpa/Oliver Berg/dpabild Menschen gehen durch die Fußgängerzone Hohe Straße in Köln.

Er lehnte auch Überlegungen ab, dass Ungeimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Quarantäne mehr haben sollen. Dies ist in mehreren Bundesländern bereits angekündigt. "Diese Debatte ist überzogen. Zudem löst sie die daraus folgende Frage aus, wie mit anderen Menschen umgegangen wird, die Raubbau an ihrem Körper betreiben."

Lauterbach warnt vor unbezahlter Quarantäne: "Der Schuss könnte nach hinten losgehen"

13.04 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Länder davor gewarnt, künftig für Ungeimpfte die Lohnfortzahlung bei Quarantäne zu streichen. "Normalerweise bin ich immer für schärfere Maßnahmen, wenn es um Schutz vor Corona geht. In diesem Fall aber könnte der Schuss nach hinten losgehen", sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Er betonte: "Die Idee, dass Ungeimpfte erst für ihren Corona-Schnelltest selbst zahlen, dann einen PCR-Test machen und danach in unbezahlte Quarantäne gehen, ist zu schön, um wahr zu sein." Als schlechtes Beispiel führte Lauterbach die USA an, wo es grundsätzlich keine bezahlte Quarantäne gibt. "Die erkrankten Menschen versuchen so durchzukommen. Das birgt zwei Risiken: Sie können andere anstecken und es drohen auch gesundheitliche Gefahren, wenn eine Corona-Erkrankung verschleppt wird", erklärte der SPD-Gesundheitsexperte.

Nordrhein-Westfalen schafft Lohnfortzahlung für Ungeimpfte ab

12.49 Uhr: Als insgesamt drittes Bundesland will Nordrhein-Westfalen die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte abschaffen. Die Regelung werde zum 11. Oktober auslaufen, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitagmittag. Ausgenommen von dieser Regelung bleiben weiterhin Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz.

In mehreren Bundesländern gibt es Pläne, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte abzuschaffen, die sich auf behördliche Anweisung hin in Isolation begeben müssen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe), wer sich nicht impfen lasse, obwohl keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprächen, habe aus seiner Sicht keinen Anspruch auf eine Erstattung des Verdienstausfalls. Dann könne es "nicht sein, dass die Gemeinschaft dafür zahlen muss".

In Baden-Württemberg ist das Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte vom 15. September schon beschlossen, Rheinland-Pfalz zieht zum 1. Oktober nach. Auch in Hessen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es Überlegungen in diese Richtung. 

Spahn freut sich über neuen Biontech-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige

11.03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Pläne des Impfstoffherstellers Biontech begrüßt, rasch eine Zulassung des Vakzins gegen Corona für Fünf- bis Elfjährige zu beantragen. "Das ist eine gute Nachricht", sagte Spahn dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Die Zulassung würde es ermöglichen, auch jüngere Kinder besser zu schützen", betonte Spahn. Er fügte hinzu:  "Der Impfstoff made in Germany ist ein Segen für die Welt." dpa/Federico Gambarini/dpa Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

STIKO empfiehlt Impfung auch für Schwangere und Stillende

10.39 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich generell für eine Corona-Impfung von Schwangeren und Stillenden ausgesprochen. "Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Evidenz" empfehle die Stiko eine Impfung für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und für Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen, ist also noch keine endgültige Empfehlung.

In der bislang geltenden Impfempfehlung spricht sich die Stiko bislang noch nicht für eine generelle Impfung in der Schwangerschaft aus. Zufällige Impfungen von Schwangeren, etwa wenn diese noch nicht wüssten, dass sie ein Baby erwarten, seien aber "keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch", heißt es.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Auch schwangere und stillende Frauen haben nun eine klare Empfehlung zur Impfung. Das bedeutet nach vielen Monaten mit vielen offenen Fragen nun endlich wissenschaftlich begründete Gewissheit." Er wandte sich mit einem dringenden Appell an schwangere und stillende Frauen: "Fragen Sie Ihren Arzt. Lassen Sie sich impfen. Sie schützen sich und Ihr Kind."

Ärzte konnten auch bislang schon Schwangere impfen, die Stiko-Empfehlung schloss aber bisher nur Schwangere mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Corona-Erkrankung oder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände ein.

Die Stiko ist ein unabhängiges Gremium. Sie entwickelt Impfempfehlungen und blickt dabei auf den Nutzen für den Einzelnen und die gesamte Bevölkerung. Die Experten werten dafür internationale Daten und Studien aus. Die Empfehlungen gelten als medizinischer Standard, wie es auf der Stiko-Webseite heißt.

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