Beweglichkeit im Alter abhängig von diesem Gen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Wovon hängt die Mobilität im Alter ab?

Die Mobilität älterer und gebrechlicher Erwachsener scheint von einer Variation in einem Gen abzuhängen, welches den Dopaminspiegel im Gehirn reguliert. Diese Erkenntnis könnte zur Entwicklung pharmakologischer Präparate führen, welche die Mobilität im Alter aufrechterhalten.

Eine den Dopaminspiegel beeinflussende Genvariante scheint einen erheblichen Einfluss auf die Mobilität im Alter zu haben, so das Ergebnis der neuen Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden der University of Pittsburgh Graduate School of Public Health. Die Studie wurde in dem englischsprachigen Fachblatt „Journal of The American Geriatrics Society“ veröffentlicht.

Einfluss des Dopaminspiegels auf die Bewegung

Die Forschenden wollten herausfinden, ob eine genetische Veranlagung, mehr oder weniger Dopamin zu produzieren, mit der Mobilität von Personen zusammenhängt, die ein gewisses Maß an Gebrechlichkeit aufweisen, aber nicht an Demenz, Parkinson oder einer anderen neurologischen Erkrankung leiden.

Rolle des COMT-Gens wurde untersucht

Verschiedene genetische Faktoren haben Einfluss auf die Dopamin-Signalübertragung. Die Forschenden konzentrierten sich in ihrer Studie jedoch auf ein Gen namens COMT, welches Dopamin abbaut, um dessen Spiegel im Gehirn zu kontrollieren.

Sie analysierten zudem den Status der Gebrechlichkeit der Teilnehmenden, welcher durch einen Rückgang der physiologischen Funktionen, eine schlechte Anpassung an Stressoren und eine Anfälligkeit für gesundheitliche Beeinträchtigungen gekennzeichnet ist. Die Forschenden vermuteten, dass gebrechliche Teilnehmende besonders anfällig für die Unterschiede im Dopaminspiegel sein könnten, die durch COMT bedingt werden.

Welche Personen wurden untersucht?

Daher untersuchte das Team dieses Gen bei mehr als 500 erwachsenen Menschen im Alter über 65 Jahren, unter Ausschluss aller Personen, die dopaminbezogene Medikamente einnahmen oder bei denen die Parkinson-Krankheit diagnostiziert wurde. Die Forschenden suchten dann nach möglichen Zusammenhängen zwischen Genotyp, Gebrechlichkeit und Ganggeschwindigkeit.

Was schützt vor Behinderungen der Mobilität?

Bei älteren, gebrechlichen Erwachsenen konnten diejenigen, die einen hohen Dopamin-Genotyp aufwiesen, mit größerer Wahrscheinlichkeit einen schnelleren Gang beibehalten. Außerdem waren sie offenbar mit zunehmendem Alter widerstandsfähiger gegen Mobilitätsbehinderungen

Die Forschenden stellten fest, dass gebrechliche Teilnehmende mit einem hohen Dopamin-COMT-Genotyp im Vergleich zu Teilnehmenden mit einem niedrigen Dopamin-COMT-Genotyp eine zehn Prozent höhere Geschwindigkeit beim Gehen aufwiesen.

Machen zehn Prozent einen Unterschied?

Dieser Unterschied von zehn Prozent mag zwar klein erscheinen, für eine gebrechliche Person, die eine viel befahrende Straße überqueren möchte, können sie allerdings einen großen Unterschied machen, erläutern die Fachleute in einer Pressemitteilung.

Werden in Zukunft passende Medikamente entwickelt?

Das Team versuchte auch herauszufinden, welcher Dopaminspiegel älteren Menschen eine größere Widerstandsfähigkeit gegen Gehbehinderung und Bewegungseinschränkungen verleihen könnte. So könne älteren Erwachsene mit niedrigen Dopaminspiegeln hoffentlich eines Tages mit pharmakologischen Dopaminpräparate geholfen werden, um so ihre Mobilität zu erhalten.

Es gibt viele Menschen, deren Dopaminspiegel am unteren Ende der normalen Werte liegt und die weder an der Parkinson-Krankheit noch an psychiatrischen Erkrankungen leiden, erklären die Fachleute. Es stelle sich für zukünftige Untersuchungen die Frage, ob betroffene Personen widerstandsfähiger werden, wenn ihnen Dopamin zugeführt wird.

So können ältere Menschen ihre Mobilität aufrechterhalten

In der Zwischenzeit sollten Maßnahmen ergriffen werden, welche alten Menschen helfen, ihre Bewegung aufrechtzuerhalten. Die Forschenden empfehlen sich dabei auf körperliche Aktivitäten zu konzentrieren, die Spaß machen und sowohl den Körper als auch das Gehirn einbeziehen.

Schutzwirkung von multisensorischen Aktivitäten

Bei passenden körperlichen Aktivitäten handelt es sich insbesondere um sogenannte multisensorische Aktivitäten wie Tanzen oder Spaziergänge mit einem geliebten Menschen. Der Spaziergang von Großeltern mit Enkelkinder an der Hand ist nach Ansicht der Forschenden quasi eine erstaunliche multisensorische Reha, denn die Großeltern müssen darauf achten, wohin sie gehen, wohin das Kind geht, die Umgebung im Auge behalten und hören, was das Enkelkind sagt – und das alles zur gleichen Zeit. (as)

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