Berlin macht Ernst: Bei Verstoß gegen Corona-Regeln drohen jetzt drastische Konsequenzen

Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem: Mehr als 20 Millionen Menschen haben sich bislang weltweit mit dem Coronavirus infiziert, 217.768 davon in Deutschland. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: RKI meldet höchsten Wert an Neu-Infektionen seit Mai (06.13 Uhr) +++ Anstieg deutscher Corona-Zahlen laut Trump "unglücklich" (06.10 Uhr) +++

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TOP-NEWS: 1226 Neuinfektionen in Deutschland – Höchstwert seit Mai

06.13 Uhr: Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", hatte der CDU-Politiker gesagt. "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen."

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 218.519 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 12.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9207. Bis Sonntagmorgen hatten 198.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. dpa/NIAID-RML/AP/dpabildd Eine undatierte elektronenmikroskopische Aufnahme des Coronavirus (SARS-CoV-2).

TOP-NEWS: Anstieg deutscher Corona-Zahlen laut Trump "unglücklich"

06.10 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die zunehmende Zahl an Coronavirus-Fällen in Deutschland bedauert. "Im Sieben-Tage-Durchschnitt für Deutschland sind die Fälle unglücklicherweise um 62 Prozent gestiegen. Das ist wirklich unglücklich", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Trump nannte zudem explizit hohe Raten auch für Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich. Es blieb aber unklar, auf welcher Grundlage Trumps Zahlen basierten.

Die Infektionen in den USA würden dagegen sinken, sagte Trump. "Das wird mit der Zeit noch viel besser", meinte er. Tatsächlich sind die Neuinfektionen in den USA, die 330 Millionen Einwohner haben, nicht mehr so zahlreich wie noch Mitte Juli, liegen aber noch immer bei um die 50.000 täglich. Die seit Beginn der Pandemie rund fünf Millionen Fälle in den USA entsprechen etwa einem Viertel aller weltweiten Fälle. In Deutschland, das in den vergangenen Tagen eine Zunahme verzeichnete, infizieren sich derzeit dagegen rund 1000 Menschen täglich mit dem Virus – in der Bundesrepublik leben etwa 83 Millionen Menschen. Andrew Harnik/AP/dpa

Trump verspricht US-Amerikanern "schnell" 100 Millionen Impfstoff-Dosen

02.12 Uhr: Nach der Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes weltweit durch Russland hat US-Präsident Donald Trump dem amerikanischen Volk schnelle Fortschritte versprochen. "Wir sind auf dem besten Weg, schnell 100 Millionen Dosen zu produzieren, sobald der Impfstoff zugelassen ist, und kurz danach bis zu 500 Millionen", sagte Trump am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Mehrere aussichtsreiche Stoffe seien in der letzten Erprobungsphase und stünden vor einer Zulassung. "Das Militär ist bereit, Amerikanern einen Impfstoff zu liefern, sobald dieser vollständig zugelassen ist."

Trump hob am Dienstag zwar kein spezielles Unternehmen heraus, doch schien er sich auf eine Einigung mit der US-Biotech-Firma Moderna zu beziehen. Wie das Pentagon mitteilte, hatte sich die US-Regierung mit dem Unternehmen auf die Produktion und Lieferung von 100 Millionen Dosen seines sehr aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten parallel zu dessen Erprobung geeinigt. Damit könne das Ziel der Auslieferung an Amerikaner zum Ende des Jahres erreicht werden. Es stehe ein Budget von 1,5 Milliarden Dollar zur Verfügung.

Der genbasierte Impfstoff Modernas ist in den USA aktuell in der heißen Phase seiner Erprobung: Ende Juli startete die klinische Phase-III-Studie mit 30.000 Probanden, in der überprüft wird, ob der Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. In einem ähnlich fortgeschrittenen Stadium werden der WHO zufolge derzeit nur eine Handvoll weiterer Wirkstoffe erforscht.

WHO zurückhaltend bei russischem Impfstoff

02.07 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat mit Zurückhaltung auf die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verkündete Zulassung eines Corona-Impfstoffes reagiert. Die WHO sei sich bewusst, dass Russland ein Vakzin registriert habe, und begrüße alle Fortschritte bei der Forschung und Entwicklung zu Covid-19-Impfstoffen, teilte das WHO-Regionalbüro Europa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zugleich wies das Büro darauf hin, dass die beschleunigte Impfstoffforschung in jedem Entwicklungsschritt gemäß bewährter Prozesse vonstattengehen sollte. Damit werde sichergestellt, dass jeglicher Impfstoff sicher und effektiv sei, wenn er letztlich in die Produktionsphase gehe. Die WHO stehe in Kontakt mit den russischen Wissenschaftlern und Behörden und freue sich darauf, Einzelheiten der Versuche zu überprüfen.

Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Coronavirus bekanntgegeben. Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien – ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht.

TOP-NEWS: Auswärtiges Amt spricht Reisewarnung für Madrid und Baskenland aus

21.23 Uhr: Das Auswärtige Amt warnt wegen der Corona-Pandemie nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid und ins spanische Baskenland. Das Ministerium begründete dies am Dienstagabend in Berlin mit "erneut hohen Infektionszahlen". Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.

TOP-NEWS: 75 weitere Fälle in Konservenfabrik – Ärger in Bayerns Hotspot

20.34 Uhr: Weitere 75 Mitarbeiter einer Konservenfabrik im niederbayerischen Mamming sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtet der Bayerische Rundfunk. Damit haben sich insgesamt bereits mehr als 150 Menschen in der Fabrik infiziert.

Mamming ist derzeit der landesweit größte Corona-Hotspot. Auch auf einem Gemüsehof hatte es etliche Infizierte gegeben. 190 Infizierte befinden sich im Landkreis aktuell in Quarantäne.

Die neuen Fälle seien bei der Nachtestung von 300 Kontaktpersonen festgestellt worden, berichtet der Sender weiter. Die Personen seien daraufhin isoliert worden. dpa Ein Landwirt fährt mit seinem Traktor an einem Polizeiauto und der Konservenfabrik in Mamming entlang.

Nichtsdestotrotz darf die Produktion in der Konservenfabrik am Mittwoch wieder aufgenommen werden, berichtet der BR. Das Verwaltungsgericht hatte die Schließung nach einem Antrag der Betriebsleitung aufgehoben.

Landrat Werner Bumeder ärgert sich, dass die Entscheidung getroffen wurde, noch bevor ein Prüfbericht der Behörden zum Hygienekonzept des Betriebs vorlag. "Angesichts der weiterhin hohen und sogar noch gestiegenen Infektionszahlen würde ich die Verantwortung für eine Wiederaufnahme des Betriebs ohne Testat der Fachleute nicht übernehmen", wird er vom BR zitiert.

TOP-NEWS: RKI-Bericht: Zahl der Ansteckungen von Deutschen im Ausland steigt stark an

19.45 Uhr: Der Anteil der Corona-infizierten Deutschen, die sich im Ausland angesteckt haben, ist zuletzt stark gestiegen. Das geht aus dem neusten Lagebericht des Robert-Koch-Instituts hervor. Waren vorletzte Woche noch 18 Prozent der neuen Corona-Fälle auf eine Infektion im Ausland zurückzuführen, waren es in der vergangenen Kalenderwoche bereits 31 Prozent (1777 Fälle).

Das RKI erhebt diese Zahl wöchentlich, stellt zudem eine Statistik über die Expositionsländer auf – basierend auf den vergangenen vier Wochen. Besonders häufig nannten die Erkrankten in diesem Zeitraum zuletzt den Kosovo (1096 Fälle) als möglichen Ursprungsort ihrer Erkrankung. Es folgen die Türkei (501), Kroatien (260) und Serbien (196). Mit Bulgarien, Bosnien-Herzegowina und Rumänien stehen auf den folgenden Plätzen ebenfalls südosteuropäische Länder.

Zum Vergleich der totalen Zahlen: Vor zwei Wochen lagen die Zahlen (für den Erhebungszeitraum von vier Wochen) beispielsweise im Kosovo (303), der Türkei (70) und Kroatien (29) noch deutlich unter den aktuellen. Sie sind zuletzt also mehrheitlich deutlich gestiegen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte schon vor einigen Wochen gewarnt, dass besonders Urlaubsrückkehrer aus der Balkan-Region das Virus nach Deutschland nach Hause bringen könnten. Deshalb waren auf beliebten Rückreiserouten die Tests an Grenzen verstärkt worden.

Klassische deutsche Urlaubsländer sind hingegen in den Top 15 nur weiter unten wie Spanien (107), Niederlande (50) oder Österreich (44) oder gar nicht wie beispielsweise Italien zu finden.

RKI

TOP-NEWS: 1164 neue positive Corona-Tests in Deutschland – R-Wert sinkt unter 1

19.12 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist auf 217.768 gestiegen. Das geht aus den Zahlen der Landesgesundheitsämter hervor. Damit stieg die Zahl der positiven Tests im Vergleich zum Montag um 1164, ein vergleichbar starker, besorgniserregender Anstieg. Die Zahl der Todesfälle stieg um 5 auf 9174.

Besonders hohe Steigerungen gab es am Dienstag in Nordrhein-Westfalen (+413), Bayern (+178) und Berlin (+111). Relativ starke Anstiege gab es zudem auch in Schleswig-Holstein (+55) und Hamburg (+57).

Der R-Wert des RKI sank den dritten Tag in Folge von 1,09 auf 0,97. Das Robert-Koch-Institut gibt die Zahl der Genesenen in Deutschland aktuell mit 198.100 an. Damit ist von einer Zahl von knapp 10.500 akuten Fällen im Land auszugehen.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 37.978 (1859 Todesfälle)
  • Bayern: 52.069 (2625 Todesfälle)
  • Berlin: 9850 (224 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3662 (175 Todesfälle)
  • Bremen: 1822 (56 Todesfälle)
  • Hamburg: 5747 (231 Todesfälle)
  • Hessen: 12.815 (525 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 952 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 15.041 (654 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 52.174 (1763 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7882 (239 Todesfälle)
  • Saarland: 2921 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5671 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 2078 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3675 (158 Todesfälle)
  • Thüringen: 3431 (183 Todesfälle)

Gesamt: (Stand 11.08.2020, 19.04 Uhr): 217.768 (9174 Todesfälle)

Vortag: (Stand 10.08.2020, 20.04 Uhr): 216.604 (9169 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 198.100

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 10.494

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,97

Boris Palmer lässt sich als Testperson bei Covid-19-Studie impfen

18.14 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich als Versuchsperson gegen Covid-19 impfen lassen. Er habe als Testperson bei der Studie zum Corona-Impfstoff der Tübinger Firma Curevac mitgemacht, teilte der 48-jährige Grünen-Politiker am Dienstag auf seiner Facebook-Seite mit. "In meiner Altersgruppe hat es an Probanden gefehlt, die den Gesundheitscheck überstanden. Ich habe mich gerne dafür zur Verfügung gestellt." dpa Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer

Er fühle sich topfit, schrieb Palmer weiter. "Ich bin jetzt hier unter ständiger Beobachtung, falls doch eine Nebenwirkung auftreten sollte. Ich spüre aber rein gar nichts." Zwar gebe es eine Wahrscheinlichkeit von 17 Prozent, dass er bei der Studie nur ein Placebo erhalten habe. "Aber da hoffe ich jetzt mal, dass ich den Wirkstoff im Arm habe."

Curevac hatte im Kampf gegen das Virus nach der Mainzer Firma Biontech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie erhalten. Derzeit gibt es nach Angaben des Instituts für Tropenmedizin in Tübingen etwa 180 Probanden. Erste Ergebnisse sollen Mitte September vorliegen.  

Corona-Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter in Bayern

17.09 Uhr: Bayern hat eine Corona-Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter eingeführt. "In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen ab sofort nur noch Personen beschäftigt werden, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag. "Damit wollen wir lokalen Hotspots vorbeugen und die Betriebe vor einer möglichen Schließung schützen." Das Kabinett hatte die Testpflicht am Montag bei einer außerplanmäßigen Sitzung beschlossen. "Ziel ist, dass es gar nicht erst zu Ausbrüchen in Betrieben kommt", erklärte die Ministerin.

Betriebe müssen Erntehelfer und Saisonarbeiter 14 Tage vor Beschäftigungsbeginn mit Name, Unterbringungsort, Art und Dauer der Beschäftigung sowie Kontaktdaten den Kreisverwaltungsbehörden melden. Können Arbeitskräfte keine höchstens 48 Stunden alte Bescheinigung in deutscher oder englischer Sprache mitbringen, müssen sie sich vor Ort testen lassen, wie ein Ministeriumssprecher am Dienstag in München erläuterte. Bis das geschehen ist, müssen die Betriebe sie von Kolleginnen und Kollegen trennen. Bei Verstößen drohen bis zu 25 000 Euro Strafe.

NRW beschließt 150-Euro-Bußgeld bei Maskenverstößen in Bussen und Straßenbahnen

15.37 Uhr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat am Dienstag die angekündigten hohen Strafen für Maskenmuffel im öffentlichen Nahverkehr beschlossen. Ab sofort werden Verstöße gegen die Maskenpflicht in Bussen und Straßenbahnen als Ordnungswidrigkeit umgehend mit 150 Euro Bußgeld geahndet, wie die Düsseldorfer Staatskanzlei mitteilte. Bislang waren solche Verstöße in Nordrhein-Westfalen erst nach einer erfolglosen Ermahnung bestraft worden.

Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) betonte, das Maskentragen sei "eine Frage der Solidarität mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft". "Die Maskenpflicht im ÖPNV ist eine kleine Unannehmlichkeit, sie kann aber eine große Katastrophe verhindern."

Ordnungsämter in Berlin sollen mehr kontrollieren

14.57 Uhr: Berlins Ordnungsämter sollen die Einhaltung der Corona-Verordnung noch stärker kontrollieren als bisher. "Wir sind uns alle einig, das Entscheidende bleibt, mit den vorhandenen Regelungen um Verständnis zu werben und mit Kontrollen die Umsetzung zu überprüfen", sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) nach der Senatssitzung am Dienstag. Regelverletzungen müssten Konsequenzen haben. "Und wir werden auch stärker mit den bezirklichen Ordnungsämtern in Kontakt treten, mit dem Ziel, die Durchsetzung der Verordnung etwas weniger locker zu handhaben, als es in der Vergangenheit der Fall war." dpa Eine Polizeistreife unterwegs durch Berlin.

Es müsse Schwerpunktkontrollen geben und bei Nichteinhaltung der Regeln gegebenenfalls auch "drastische Konsequenzen". Auf Vorschlag von Innensenator Andreas Geisel (SPD) sei besprochen worden, 240 Mitarbeiter in den Ordnungsämtern der Bezirke zusätzlich bereitzustellen. "Das ist eine erhebliche Verstärkung der Möglichkeiten, um Verordnungsverstöße zu kontrollieren und gegebenenfalls auch zu ahnden", sagte Lederer, "auch mit Bußgeldern oder wenn es nicht anders geht, auch mit der Schließung von Einrichtungen."

NRW-Ministerium empfiehlt "Maskenpausen" in der Schule

14.52 Uhr: Zum Schulstart unter Corona- und Hitze-Bedingungen in Nordrhein-Westfalen hat das Schulministerium die Schulen aufgefordert, "Maskenpausen" zu gewähren. Wie den Schülern ermöglicht werde, den Mund-Nasen-Schutz zeitweise abzunehmen, hänge von den Bedingungen und der Kreativität der jeweiligen Schule ab, sagte Schulstaatssekretär Mathias Richter am Dienstag in Düsseldorf. Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht, so wie sie in Bussen oder Bahnen drohen, gebe es in Schulen nicht. Die Schulleitungen könnten aber "erzieherische Maßnahmen" bei Schülern ergreifen, die sich bewusst oder sogar provokativ nicht an die Vorgaben des Infektionsschutzes hielten. "Letztlich kann es dazu führen, dass es nach Hause geht", so Richter.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verwies auch darauf, dass die Unterrichtsräume gelüftet werden müssten. Wenn Räume nicht gelüftet werden könnten, dürften sie nicht für den Unterricht genutzt werden.

In NRW beginnt an diesem Mittwoch wieder die Schule. An weiterführenden und berufsbildenden Schulen gilt eine Maskenpflicht auch im Unterricht.

MV erhöht Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften

13.28 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern gelten künftig höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. Wer sich nicht an die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr hält, dem drohen künftig 150 Euro statt wie bisher 25 Euro Bußgeld, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin bekanntgab. Bei Verstößen gegen Quarantäne-Anordnungen steigt das Mindest-Bußgeld demnach von 100 auf 500 Euro.

Neuseeland verordnet Lockdown für Millionenstadt Auckland

12.06 Uhr: In der neuseeländischen Großstadt Auckland ist ein vorübergehender Lockdown angeordnet worden. Nach 102 Tagen ohne lokale Corona-Ansteckung in dem Pazifikstaat waren am Dienstag vier neue Fälle bei einer Familie aus der Millionenmetropole gemeldet worden. Premierministerin Jacinda Ardern sagte vor Journalisten, bislang sei unklar, wo sich die Infizierten angesteckt hätten. "Obwohl wir alle unglaublich hart gearbeitet haben, um dieses Szenario zu verhindern, haben wir es auch geplant und vorbereitet", so Ardern.

In Auckland mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern sollen nun zunächst alle Schulen und alle nicht unbedingt notwendigen Geschäfte geschlossen werden. Zudem wurden die Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. Im Rest des Landes wurden Zusammenkünfte von mehr als 100 Menschen verboten. Der Lockdown soll zunächst für drei Tage – von Mittwoch bis Freitag – gelten.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Neuseeland 1574 Fälle bestätigt, 22 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19. Mark Mitchell/Mark Mitchell/NZME Premierministerin Jacinda Ardern

Putin verkündet Zulassung von erster Corona-Impfung

11.31 Uhr: Als erstes Land der Welt lässt Russland einen Impfstoff gegen das Coronavirus für die breite Verwendung zu. Das gab Präsident Wladimir Putin am Dienstag im Staatsfernsehen bekannt. "Ich weiß, dass sie wirksam ist, dass sie eine dauerhafte Immunität gibt", erklärte er. In Erinnerung an sein Vordringen in den Weltraum 1957 wurde der Impfstoff auf den Namen "Sputnik V" getauft.

Der Impfstoff wurde allerdings bisher nur an wenigen Menschen getestet, ihn in einem so frühen Stadium zuzulassen, widerspricht internationalen Kriterien. Der Kremlchef sagte kurz darauf der Nachrichtenagentur Interfax, auch eine seiner Töchter habe sich während der Tests des in Russland entwickelten Stoffs impfen lassen.

Eine reguläre Zulassung ohne die umfangreichen Daten aus einer Phase-III-Prüfung mit mindestens mehreren Tausend Probanden erscheine riskant, erklärte auch Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. In der Etappe könnten unter anderem mögliche seltene Nebenwirkungen detektiert werden. Die Zahl der Probanden betrage in der Regel mehrere Tausend bis Zehntausende. In Deutschland gibt es eine Zulassung erst nach Abschluss der letzten Phase.

Russlands Gesundheitsminister Michael Muraschko erklärte, das Gamaleja-Institut und die Firma Winnopharm sollten das Medikament produzieren. Zuerst sollen Lehrer und Ärzte geimpft werden. Nach Behördenangaben beginnt die Impfung noch im August oder im September. Der Stoff solle auch ins Ausland exportiert werden. Unabhängig von der Zulassung läuft in Russland eine dritte Testphase.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Russland zuvor aufgefordert, sich bei der Herstellung eines Corona-Impfstoffes an die festgelegten Richtlinien für die Produktion sicherer und wirksamer Medikamente zu halten. Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kre

Wegen Großkonzert: Laschet kritisiert Düsseldorfs Oberbürgermeister

10.24 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat den Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel wegen eines geplanten Großkonzerts mit 13.000 Fans kritisiert. Er warf ihm Profilierungsversuche vor. "Ich hätte hier etwas mehr Sensibilität vom Oberbürgermeister erwartet", sagte Laschet am Dienstag, da die Stadt vor der Ankündigung nicht auf das Land zugegangen sei. Es sei klar, dass bei einem solchen Großereignis "ganz Deutschland und viele in Europa auf diese Stadt gucken. Vielleich war das auch die Absicht, dass man so auf diese Stadt gucken sollte."

Laschet hält das geplante Event "für kein gutes Signal". Das Kabinett werde noch am Dienstag über die rechtliche Lage sprechen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte bereits rechtliche Zweifel an dem Konzert mit Bryan Adams, Sarah Connor und anderen Künstlern angemeldet. Es soll am 4. September stattfinden. Am 13. September finden in NRW Kommunalwahlen statt, bei denen der Sozialdemokrat Geisel erneut als Düsseldorfer Stadtoberhaupt antritt. dpa/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpabild Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Steigerung um 115 Prozent: Aktive Corona-Fälle bereiten Sorge – kommt die zweite Welle?

09.53 Uhr: Nach den umfangreichen Lockerungen mitten in der Corona-Pandemie verhalten sich die Bürger zunehmend unvorsichtiger, dazu kommen die Begleiterscheinungen der Urlaubssaison. Das schlägt sich auch in den Corona-Zahlen nieder. Mehr als 216.000 Menschen haben sich inzwischen bestätigt infiziert, doch dieser Wert ist im Moment nicht der entscheidende. Viel wichtiger ist die Zahl aktiven Corona-Fälle – also Menschen, die eine akute Infektion in sich tragen. dpa/Bodo Marks/dpa Badegäste am Timmendorfer Strand an der Ostsee.

Schaut man genauer auf die Aktiven, bekommen die Warnungen über ein Aufflammen der Corona-Krise, die in Deutschland schon sehr gut im Griff schien, neue Relevanz. Denn die Verdopplungszeit der derzeit 10.077 aktiven Fälle (Quelle: Gesundheitsämter) liegt jetzt bei 26 Tagen – heißt, statistisch haben wir bei gleichbleibendem Verlauf am 6. September wieder mehr als 20.000 aktive Corona-Infektionen. Dabei war diese Zahl bereits auf unter 5.000 gesunken. Allein von Sonntag auf Montag kamen mehr als 250 neue Fälle hinzu (+ 3 Prozent).

Die Steigerung gegenüber dem vergangenen Montag beträgt sogar erstaunliche 23 Prozent, noch besorgniserregender ist allerdings die Erhöhung um 115 Prozent gegenüber dem Tiefststand der aktiven Fälle am 15. Juli. Schließlich soll ein zweite Lockdown mit aller Macht verhindert werden. 

Dieser Trend spiegelt sich auch in der Zahl der Corona-freien Landkreise wider. Nur noch 46 Landkreise in Deutschland sind ohne Covid-19-Infektionen – Mitte Juni waren es noch 158. Über der Obergrenze der Bundesregierung ist derzeit noch der Landkreis Dingolfing-Landau mit 85,2 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner.

Deutsche Biotech-Firma Curevac plant Impfstoff-Tests in Brasilien

09.38 Uhr: Auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen. An der Firma ist unter anderem auch SAP-Gründer Dietmar Hopp beteiligt. dpa/Sebastian Gollnow/dpa Das Biotech-Unternehmen Curevac testet in Brasilien.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden.

Brasilien ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits. Neben den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil in dem Land sehr wenig getestet wird.

Senatorin Kalayci: Doch kein allgemeines Alkoholverbot in Berlin

09.30 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat Überlegungen zu einem möglichen Alkoholverbot in Berlin wegen der Corona-Pandemie konkretisiert. "Es geht hier nicht um ein allgemeines Alkoholverbot", sagte die SPD-Politikerin am Dienstag im RBB-Inforadio. "Das wäre ja auch Quatsch." Wenn jemand gepflegt am Tisch sitze, die Abstandsregeln einhalte und Wein trinke, könne man nichts dagegen haben. Problematisch seien trotz der frischen Luft hingegen Straßenzüge, wo sich Menschenmassen aufhielten und beim Trinken Partyatmosphäre entstehe.

Die Senatorin verwies auf das Vorgehen anderer Bundesländer: So habe etwa Hamburg für einzelne Straßenzüge quasi ein Ausschankverbot nach Außen verhängt. Auch in Bayern gebe es Bereiche, in denen ähnliche Regelungen auf den Weg gebracht worden seien. Über das Thema müsse man dann nachdenken, wenn die Infektionszahlen weiter deutlich stiegen, betonte Kalayci.

Die Politikerin hatte zuvor in der "Berliner Morgenpost" Nachlässigkeiten von Gastronomen im Umgang mit den Corona-Regelungen kritisiert. "Ich finde es inzwischen auch richtig, über ein Alkoholverbot nachzudenken, wenn sich die Disziplin in den Gaststätten nicht verbessert." Offenbar sorge der Alkoholgenuss dafür, dass die Menschen nachlässiger und laut würden und kaum noch Abstand hielten. Wenn Gastronomen wollten, dass Restaurants und Biergärten offen bleiben dürfen, müssten sie die Abstandsregeln und Dokumentationspflicht einhalten, forderte Kalayci.


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