ARZ Haan: Hygienepauschale soll für Transparenz sorgen

Das Abrechnungszentrum ARZ Haan stellt seit Kurzem den Kunden eine Hygienepauschale in Rechnung. Der zeitlich begrenzte Betrag von 9,81 Euro je Monat diene den Schutzmaßnahmen der Beschäftigten und einem reibungslosen Ablauf bei den Abrechnungsprozessen, erklärt das Rechenzentrum. In den sozialen Netzwerken kritisieren die Apotheker:innen weniger, dass der Dienstleister seine Hygienekosten an die Apotheken weiterreicht, sondern vielmehr, dass sie sich nicht informiert fühlen. 

Wer über das ARZ Haan abrechnet, soll derzeit zusätzlich monatlich eine Hygienepauschale in Höhe von 9,81 Euro an das Rechenzentrum zahlen – offenbar zur Überraschung der Kund:innen. Das ist zumindest der Tenor in den sozialen Netzwerken und auch gegenüber DAZ.online bestätigen Apotheker:innen dies. Das ARZ scheint bisher der einzige Abrechner zu sein, der eine derartige Gebühr erhebt. Auf der Internetseite heißt es dazu: „Eine zeitlich begrenzte Hygienepauschale von 9,81 Euro je Monat sorgt in Zeiten von COVID-19 für maximale Schutzmaßnahmen an unseren Arbeitsplätzen, den vor- und nachgelagerten Abrechnungsprozessen und damit für eine sichere Abrechnung Ihrer Rezepte.“

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Auf Nachfrage von DAZ.online beim ARZ Haan erklärt Peer Tiedjen, Bereichsleiter Konzernmarketing, dass die Aufwendungen durch die Pandemie erheblich gestiegen seien und diesen Mehraufwand fange man zumindest teilweise durch die Monatspauschale auf. Klaus Henkel, Geschäftsführer beim ARZ Haan, fügt hinzu, dass man bei dem Betrag von 9,81 Euro nur die Kosten berücksichtigt habe, die tatsächlich einen erheblichen Mehraufwand an Hygienemaßnahmen bedeuten. Voraussichtlich solle der Betrag – je nach Infektionsgeschehen – bis Ende des Jahres gelten. 

Mehr Transparenz

„Bei der Hygienepauschale geht es uns vor allem auch um Transparenz“, sagt Henkel. „So liegen wir bei der Abrechnung der Masken-Vouchers mit 89 Euro pauschal pro Beleg ohnehin schon unterhalb von dem, was unsere Mitbewerber verlangen. Theoretisch hätte man auch die Pauschale in die Gebühren für die Rezeptabrechnung einfließen lassen können. Das ist aber für die Kunden weniger nachvollziehbar, als einen konkreten Betrag für entsprechende Schutzmaßnahmen festzulegen.“

Transparenz sei ein Aspekt, man wolle aber auch, dass die Kund:innen partizipieren, so Henkel. „Partizipieren insofern, dass wir durch unsere Hygienemaßnahmen den Abrechnungsprozess uneingeschränkt aufrechterhalten können.“ Und das käme den Kund:innen zugute.

Leistungsfähigkeit durch Schutzmaßnahmen

Um weiterhin voll leistungsfähig zu sein und die Rezepte mit gewohnter Zuverlässigkeit abrechnen zu können, müssen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, erklärt Tiedjen im Einzelnen. „Angefangen bei der Desinfektion der Rezeptboxen und Arbeitsplätze, den Luftfilteranlagen und Schnelltests bis hin zur deutlichen räumlichen Trennung der Arbeitsplätze unserer Beschäftigten in der Rezeptbearbeitung. Um die hier vorgegebenen Richtlinien einhalten zu können, mussten wir weitere Büroflächen anmieten und die entsprechende Infrastruktur erstellen sowie technische Erweiterungen implementieren.“

Bei der hohen Anzahl der Mitarbeiter:innen wäre eine bloße Trennscheibe als Hygieneschutz nicht ausreichend gewesen, ergänzt Henkel. Man habe deshalb für die Beschäftigten auch auf zwei weiteren Etagen Arbeitsplätze einrichten müssen. Kostspielige Luftreinigungsanlagen sorgten zudem für ausreichend Schutz in den Arbeitsräumen. Dies wiederum sei mit hohen Wartungskosten verbunden. Des Weiteren mussten zur Anlieferung der Rezepte eine Schleuse installiert und externe Sanitäranlagen für Fahrer:innen eingerichtet werden. 

Mit diesen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter:innen und zur Sicherstellung des Abrechnungsprozesses sei man in dieser schwierigen Zeit gut aufgestellt, erklärt Tiedjen. Zudem zeige der Großteil der Kund:innen Verständnis für die Maßnahmen und befürworte das Vorgehen des ARZ Haan ausdrücklich.

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