Amy Schumer ließ sich wegen Endometriose die Gebärmutter entfernen – das ist über die Krankheit bekannt

US-Komikerin und Schauspielerin Amy Schumer hat sich nach eigenen Worten wegen der Unterleibserkrankung Endometriose die Gebärmutter und einen Teil des Blinddarms entfernen lassen. "Es ist der Morgen nach meiner Endometriose-Operation und mein Uterus ist raus", sagte die 40-Jährige in einem kurzen Video auf Instagram, in dem sie offenbar in einem Krankenhausbett liegt. Der Arzt habe die Krankheit an 30 Stellen entdeckt und entfernt, sagte sie weiter. Auch ein Teil des Blinddarms sei entfernt worden, weil dieser angegriffen gewesen sei.

https://www.instagram.com/p/CT-ytbLrwQJ/
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Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen und eine wichtige Ursache für Unfruchtbarkeit. Viele Menschen können mit dem Begriff allerdings nichts anfangen. Das sollten Frauen über die Symptome und Ursachen der Krankheit wissen.

Was versteht man unter einer Endometriose?

Bei Endometriose siedelt sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter im Unterleib an. Die Wucherungen treten an Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder Bauchfell auf, können aber im Prinzip auch an jeder anderen Stelle des Körpers wachsen.

Was sind die Symptome?

Symptome, Diagnose, Behandlung


Lilly Becker hat Endometriose – das sollten Frauen über die Krankheit wissen

Eine Endometriose muss keine Beschwerden verursachen. Bei manchen Frauen ist sie eine chronische Erkrankung, die krampfartige Schmerzen im Unterleib hervorruft. Häufig sind Schmerzen bei der Periodenblutung oder beim Geschlechtsverkehr sowie Rückenschmerzen und – seltener – Schmerzen beim Wasserlassen oder bei der Darmentleerung. Typisch für Endometriose ist, dass die Beschwerden mit dem Zyklus zunehmen und dann wieder abnehmen.

Die deutsche Endometriose-Vereinigung listet folgende Symptome als oft beschriebene Beschwerden:

  • Bauch- und Rückenschmerzen vor und während der Menstruation, die auch in die Beine ausstrahlen können
  • starke und unregelmäßige Monatsblutungen
  • Schmerzen während und nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder Urinieren
  • zyklische Blutungen aus Blase oder Darm
  • ungewollte Kinderlosigkeit

Wie kommt es zu den Beschwerden?

Die Herde werden meist von den Hormonen des Monatszyklus' beeinflusst. Wie in der Gebärmutter wird mit jedem Zyklus Schleimhaut auf- und wieder abgebaut. Es kommt auch zu Blutungen in das umliegende Gewebe. Die Folge sind Reizungen und Entzündungen, die langfristig zu Verwachsungen führen können. Auch Zysten können sich bilden. Wenn Eierstöcke oder Eileiter betroffen sind, kann das zu Unfruchtbarkeit führen.

Ex-"GNTM"-Kandidatin Anna Wilken


Endometriose: Wie es ist, mit 21 schon über künstliche Befruchtung nachdenken zu müssen

Wie wird eine Endometriose diagnostiziert?

Da es mehrere Ursachen für starke Unterleibsbeschwerden gibt, wird eine Endometriose häufig nur durch Zufall entdeckt. Nach Angaben der deutschen Endometriose-Vereinigung vergehen vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose durchschnittlich sechs Jahre – bei unfruchtbaren Patientinnen drei Jahre, bei Schmerzpatientinnen bis zu zehn Jahre.

Endometriose: Weitere Informationen und Anlaufstellen für Frauen

Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

Ausführliche Informationen über das Krankheitsbild, Selbsthilfegruppen, persönliche Telefonberatung, Schmerzkalender und mehr

Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.
Bernhard-Göring-Str. 152
04277 Leipzig
[email protected]

Selbsthilfegruppen bei Endometriose

Eine Übersicht von Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe gibt es auf der Seite der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

Für den Raum Hamburg etwa „Endometriose Hamburg“

Hinweise auf Endometriose ergeben sich in der Praxis allerdings oft schon im Anamnese-Gespräch zwischen Patientin und Arzt, etwa wenn die Patientin über starke Schmerzen während der Periode berichtet. Für eine gesicherte Diagnose braucht es in der Regel eine Bauchspiegelung.

Wie viele Frauen sind in Deutschland betroffen?

Etwa 7 bis 15 Prozent aller Frauen im geschlechtsreifen Alter leiden nach Schätzungen an Endometriose. Die Angaben zur Zahl der Frauen, die von der Erkrankung nichts merken, schwanken je nach Erhebung von 2 bis zu 50 Prozent, sagt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Bei Frauen mit starken Schmerzen bei der Regelblutung geht man demnach davon aus, dass 40 bis 60 Prozent von ihnen eine Endometriose haben. 20 bis 30 Prozent ungewollt kinderlose Frauen könnten die Krankheit haben.

Wie wird behandelt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Symptome zu behandeln. Sie reichen von Schmerzmittel- und Hormontherapien bis zu Operationen, bei denen Endometrioseherde entfernt werden. Welche Behandlung in Frage kommt, hängt sehr stark vom individuellen Fall und der Schwere der Erkrankung ab, aber auch von einem möglichen Kinderwunsch.

Eine Entfernung der Gebärmutter – wie im Fall von Amy Schumer – kommt meist nur dann infrage, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und wenn eine Entfernung der Endometriose-Herde nicht möglich ist oder nicht ausreichend helfen würde. Nach der Operation kann es zu schweren Blutungen kommen. Hinzu kommt ein allgemeines Infektionsrisiko.

Schumer hatte 2019 ihren Sohn Gene David zur Welt gebracht. Im August 2020 gab sie an, dass sie beschlossen habe, nie wieder schwanger sein zu können. Schwanger mit ihrem Sohn wurde sie per künstlicher Befruchtung, auch In-vitro-Fertilisation (IVF) genannt. Der Vater des Kindes ist Schumers Ehemann, der Koch Chris Fischer.

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