Ökotest: Fast die Hälfte grüner Pestos fällt beim Test durch

Ökotest hat 20 grüne Pestos getestet und in ausnahmslos allen wurden verschiedenartige Belastungen nachgewiesen.

Am häufigsten fand man Mineralölrückstände, welche zum Teil im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

Erschreckend häufig – nämlich in 15 Pestos – belasten Pestizide die italenischen Pasta-Saucen aus dem Glas.

Und auch Weichmacher, unter anderem zweimal der gesundheitlich stark bedenkliche Stoff Diethylhexylphthalat (DEHP), konnten nachgewiesen werden.

Ökotest rät von mehr als der Hälfte der Pestos ab

Egal, ob bei den bekannten Marken-Pestos Barilla, Bertolli, Mirácoli und Buitoni, Bio-Produkten wie dem Alnatura– und dem Rapunzel-Pesto oder den verschiedenen Discounter-Eigenmarken – das Testergebnis ist enttäuschend.

Neunmal Note sechs, dreimal Note fünf und die beiden Testsieger bekommen nur ein „befriedigend“.

1. Problem: Mineralöle

Die am häufigsten gefundene Verunreinigung ist Mineralöl. Gesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffe, MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons), finden sich je achtmal in den Produkten.

Obwohl beide Stoffe keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit haben, kann MOSH sich im Fettgewebe ablagern und MOAH möglicherweise sogar zu Krebs führen.

Die Wege, wie diese Öle in die Pestos gelangen, sind zahlreich. Schmieröle in Erntemaschinen oder Produktionsanlagen sowie Bestandteile von Pestiziden und Abgasen sind mögliche Problemquellen.

Sich diesen zu widmen und sie zu beheben, ist laut Ökotest die Pflicht der Hersteller.

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2. Problem: Pestizide

Nur die vier Bio-Produkte und das Buitoni Pesto Basilico wiesen keine Pestizide auf.

In allen anderen überschritten die Schädlingsbekämpfungsmittel zwar nicht die Grenzwerte laut EU-Richtlinie, kamen aber gehäuft in vielfacher Kombination vor.

Da Wechselwirkungen zwischen einzelnen Pestiziden noch weitestgehend unerforscht sind, hält Ökotest genau dies für kritisch.

Neben dem Schaden für den Endkonsumenten muss zudem jener bedacht werden, der den Menschen, die an Anbau und Ernte des Basilikums beteiligt sind, und dem Ökosystem in den Anbaugebieten durch Pestizide entsteht.

Hervorzuheben ist der Fund des Insektengiftes Deltamethrin, das dem Bienenvolk erheblich schadet.

3. Problem: Weichmacher

Das häufig im Deckel enthaltene PVC wurde nur in fünf Pestos gefunden und dieses war demnach das geringfügigste Problem der Pestomarken.

Auch aus Schläuchen oder Kanistern können sich jedoch Weichmacher in den Produkten ablagern.

In zwei Pestos konnte Diethylhexylphthalat (DEHP) nachgewiesen werden, was als fortpflanzungsgefährdend gilt.

Bitterer Nachgeschmack trotz guter Geschmacksbewertungen

Obwohl die meisten Pestos geschmacklich überzeugen konnten, hinterlassen die Ergebnisse des Tests wohl eher einen bitteren Nachgeschmack.

Dass beliebte Marken wie Barilla und das teure Alnatura-Bio-Pesto zudem besonders schlecht abschnitten, sollte zusätzlich zu denken geben.

Hier einige Ergebnisse im Überblick:

  • Barilla Pesto alla Genovese: sehr hoher Gehalt an MOSH, Rückstände zehn verschiedener Pestizide, darunter das Insektengift Deltamethrin
  • Bertolli Pesto Verde: sehr hoher Gehalt an MOAH
  • Oro D‘Italia Pesto Verde: sieben verschiedene Pestizide
  • Alnatura Pesto Verde: sehr hoher Mineralölgehalt, enthält außerdem den Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP), mit Note 6 abgestraft
  • Rapunzel Pesto Ligure: (Bio-Pesto für 6 Euro) nur „mangelhaft“
  • K-Classic Pesto alla Genovese: Kaufland-Eigenmarke enthält Diethylhexylphthalat (DEHP)
  • Cucina Pesto alla Genovese: Aldi-Eigenmarke „ausreichend“
  • Ppura Genovese Pesto: Bio-Pesto, einer der Testsieger mit „befriedigend“
  • Buitoni-Pesto Basilico: zweiter Testsieger

Die beide Testsieger enthalten zwar keine Pestizide oder Weichmacher, weisen jedoch auch erhöhte Mineralölwerte auf.

Fazit: Pesto fortan lieber selber machen!

Die Konsequenz, die sich angesichts dieser Resultate aufdrängt, ist, das grüne Pesto künftig einfach selbst zu machen.

Mit einer Bio-Basilikum-Pflanze für den Balkon oder die Küche verhindert man eine Belastung durch Pestizide.

Dann fehlen nur noch Pinienkerne, Olivenöl, Knoblauch, Parmesan und etwas Salz und Pfeffer – fertig ist das mineralöl-, pestizid- und weichmacherfreie Basilikum-Pesto.

Tipp: Wer ein bisschen Variation hineinbringen will, kann statt Pinienkernen auch mal Cashew-, Hasel- oder Walnüsse ausprobieren.

Quelle

  • Ökotest, Nguyen, H. et al. (2020): Pesto-Test: Viele grüne Pestos mit Mineralöl und Pestiziden belastet, abgerufen am 05.06.2020 https://www.oekotest.de/essen-trinken/Pesto-Test-Viele-gruene-Pestos-mit-Mineraloel-und-Pestiziden-belastet_11289_1.html

Kimberly Papenthin

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