Laut Studie: Grüner Tee soll vor Brustkrebs schützen

Grünem Tee werden seit langem viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.

Er wirkt sich positiv auf das Gewicht und eine gesunde Darmflora aus und – wie seit „Darm mit Charme“ von Giulia Enders bekannt ist – ein gesunder Darm ist essentiell für unser Wohlbefinden.

Aber kann grüner Tee auch bei der Brustkrebsprävention hilfreich sein oder die Behandlung von Brustkrebspatientinnen in positiver Art und Weise unterstützen?

Diese Frage haben sich chinesische Wissenschaftler jetzt gestellt und in einer Meta-Analyse die Ergebnisse von insgesamt 16 Studien zusammengefasst. Das Ganze erschien im International Journal of Food Sciences and Nutrition.

Eine Meta-Analyse ist ein statistisches Verfahren zur Erstellung einer systematischen Übersicht von Ergebnissen mehrerer Studien, die sich mit der gleichen Frage befassen. Die Aussagekraft der Einzelstudien kann so erhöht werden.

Was macht grünen Tee so gesund?

Auf der Suche nach krebsvorbeugenden Substanzen stoßen Wissenschaftler in den letzten Jahren auf diverse Inhaltsstoffe von Pflanzen, darunter z.B. den sekundären Pflanzenstoff Epigallocatechin-3-gallat (ECGC), das in hohem Maße in grünem Tee vorkommt.

Es gehört zur Untergruppe der Polyphenole und besitzt neben antioxidativen Eigenschaften auch eine hohe Schutzfunktion der Zellen. Es blockiert ein wichtiges Enzym, das für Krebszellen eine bedeutende Rolle spielt.

Für die Entstehung von Tumorerkrankungen würde dies eine Hemmung von Krebszellenwachstum bedeuten.

Die Analyseergebnisse zeigten, dass Personen mit dem höchsten Konsum von grünem Tee im Vergleich zu Personen mit dem niedrigsten Konsum von grünem Tee ein niedrigeres Brustkrebsrisiko aufwiesen.

Zwischen dem Konsum von grünem Tee und dem Brustkrebsrisiko sahen die Wissenschaftler einen linearen Zusammenhang.

Zudem berechneten die Wissenschaftler, dass die niedrige Brustkrebsprävalenz in China zu 23,5 Prozent auf den Konsum von grünem Tee zurückgeführt werden kann.

Die Forscher schlussfolgerten, dass das Trinken von großen Mengen grünem Tee über mehrere Jahre hinweg das Brustkrebsrisiko senken könne.

Ergebnisse auf westliche Welt nicht 1:1 übertragbar

So gesund grüner Tee auch ist, müssen die jüngsten Ergebnisse kritisch betrachtet werden. Die meisten Studien wurden im asiatischen Raum durchgeführt, so auch diese Meta-Analyse.

Auf die westliche Lebenssituation lassen sich die Ergebnisse also nicht 1:1 übertragen, da auch Faktoren wie z.B. eine gesündere Ernährung die Studien beeinflusst haben könnten.

Grüner Tee darf also nicht als Allheilmittel oder Alternative zu den gängigen Behandlungen bei Tumorerkrankungen betrachtet werden.

„Es zeigte sich, dass grüner Tee keine positiven Effekte bei Prostata-, Blasen- und Magenkarzinomen hat. Und die Effekte von grünem Tee waren auch nicht immer positiv: Bei Rauchern erhöhte Teetrinken zum Beispiel das Risiko von Blasenkrebs“, so Prof. Dr. med. Karsten Münstedt, Chefarzt für Gynäkologie in Offenburg.

Hinzu kommen die Ergebnisse vieler klinischer Studien, denen zufolge die Verzehrempfehlung bei bis zu zehn Tassen grünem Tee pro Tag liegt, um den gewünschten Effekt im Hinblick auf die Entstehung von Brustkrebs zu erzielen.

Grüner Tee enthält jedoch auch Koffein und sollte deswegen nicht in zu hohen Mengen konsumiert werden.

Zusätzlich weist Prof. Dr. Münstedt darauf hin, dass bisher noch nicht abschließend geklärt ist „ob sich der präventive Effekt von grünem Tee auf alle Arten von Brustkrebs (Luminal-A, Luminal-B, HER2-positive Tumoren, basal-like) bezieht oder ob nur bestimmte Arten von Brustkrebs verhindert werden.“

Zu beiden Fragestellungen besteht entsprechend noch Bedarf an weiterer Forschung.

Quelle

  • Wang, Y. et al. (2020): A dose-response meta-analysis of green tea consumption and breast cancer risk, abgerufen am 13.02.2020 https://doi.org/10.1080/09637486.2020.1715353

Stefanie Naumann

*Der Beitrag „Laut Studie: Grüner Tee soll vor Brustkrebs schützen“ wird veröffentlicht von FitForFun. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen