Corona-Ansteckungsrate: RKI bestätigt alarmierende Reproduktionszahl über 1

Die Corona-Ansteckungsrate ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder über die kritische Marke 1 gestiegen.

Die sogenannte Reproduktionszahl liege mit Datenstand 9. Mai 0:00 bei 1,10 – wie das RKI in einem am Abend veröffentlichen Situationsbericht schreibt.

Was hat das für die bestehenden Lockerungen zu bedeuten?

Was gibt die Reproduktionszahl an?

Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt mit dem neuartigen Coronavirus ansteckt. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Am Mittwoch lag der Wert, laut RKI, noch bei 0,65 – seitdem war die Reproduktionszahl stetig gestiegen. Es deutet somit eine negative Trendwende an.

RKI mahnt: Die Fallzahlen stark beobachten

Das Institut teilte jedoch weiter mit: Wegen der statistischen Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt würden, könne noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt – oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt.

„Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten“, schreibt das RKI.

Deutschlandweit mehr als 169.216 Infektionen

Bundesweit sind bis zum über 169.216 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Stand: 10.05.; 7:50 Uhr)

Mindestens 7.395 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 144.400 Menschen die Infektion überstanden (Stand: 10.05.; 7:50 Uhr). Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

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Bayern hat die meisten Corona-Infektionen

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2164 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.700 Fällen und mindestens 1423 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.000 bestätigten Fällen und mindestens 1535 Toten.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 340,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 203,5. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Wann kann es zum neuen Lockdown kommen?

Die Minister der Länder hatten vergangenen Mittwoch eine Obergrenze festgelegt – 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Sollte diese kritische Zahl überschritten werden, kommt es zur erneuten Ausgangessperre.

Bisher sind nur drei Kreise bekannt, in denen dieser Grenzwert überschritten wurde: Greiz in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein (Stand: 09.05.; 23.00 Uhr).

Deutsche Presse-Agentur (dpa), Redaktion FIT FOR FUN

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