Geschmackliche Vielfalt hilft

Wie bekommt der Körper genug gesunde Nährstoffe, wie nimmt man jeden Tag die individuell richtigen Lebensmittel zu sich, wenn man nach Lust und Laune isst? Hierfür gibt es Orientierungspunkte. Einer der wichtigsten ist, sich vom Geschmacksinn leiten zu lassen. 

Essen, was mir gut tut
Individuell, gesund, lecker: So finde ich die perfekte Ernährung für mich

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Warum ist es so wichtig, wie etwas schmeckt? Ganz einfach: Wenn Sie zu Lebensmitteln greifen, die einen intensiven Eigengeschmack haben, stellen Sie sicher, dass diese viele Nährstoffe enthalten. Eine knackige Biotomate enthält mehr sekundäre Pflanzenstoffe als eine wässrige Gewächshaustomate. Bitterschokolade hat mehr wichtige Nährstoffe als ein zuckersüßer Riegel. Darüber hinaus können Sie versuchen, von jeder Geschmacksrichtung, die es in der Natur gibt – also süß, sauer, salzig, bitter, umami (fleischig) und adstringierend (zusammenziehend) – täglich ein bisschen was auf dem Teller zu haben. Auch das stellt eine ausgewogene Mischung an Nährstoffen sicher. Die folgende Übung hilft Ihnen, Ihren Geschmackssinn zu schärfen:

Maike Ehrlichmann ist Ernährungswissenschaftlerin, Buchautorin und arbeitet in eigener Beratungspraxis in Hamburg und online. Weiter Infos finden Sie unter ehrlichessenmethode.de.

Mehr Intensität

Probieren Sie in dieser Woche intensive, sehr unterschiedliche Geschmacksvarianten aus. Auf der kleinen Checkliste unten finden Sie mehrere Lebensmittel/ Mini-Gerichte, die einen starken Geschmack haben oder Geschmacksrichtungen bedienen, die wir im Alltag oft vernachlässigen. Probieren Sie bis zu drei der Vorschläge aus, gern an drei Tagen hintereinander. Lassen Sie sich dabei von Ihrer Neugier und Ihren Geschmacksvorlieben leiten:

  • Geröstete Nüsse

  • Physalis  oder Granatapfel

  • Bittere Schokolade oder Cocoa Nibs

  • Petersilienwurzel (z.B. gerieben in Salat oder Tomatensauce)

  • Roter Rettich

  • Tomaten-Zwiebel-Salat 

  • Herber Apfel

  • Sahnemeerrettich auf einem Sandwich

  • Senf auf dem Käsebrot

Überlegen Sie am Ende der Woche: Gab es ein Geschmackserlebnis, das Ihnen gefallen hat? Gab es eine Geschmackrichtung, die in Ihrer Ernährung kaum vorkam (z.B. scharf oder „zusammenziehend“)? Dann ist es eine gute Idee, wenn Sie in den kommenden Wochen ein oder zwei der neuen Geschmacks-Erlebnisse wiederholen. Lassen Sie sich aber auch hier von dem Gefühl leiten: Das schmeckt mir. Das tut mir gut.

Und noch ein Extratipp zum Schluss:

Überlegen Sie, was für Sie ein nahrhaftes Essen ist, das Ihnen sehr gut schmeckt und das Sie zufrieden macht. Eigentlich jeder, dem man diese Frage stellt, hat darauf eine Antwort. Mal ist es der Eintopf, den man aus der Kindheit kennt, mal das Nudelgericht, das man sich selbst manchmal kocht. Spüren Sie nach, welches Essen Ihnen einfällt. Es muss nicht im herkömmlichen Sinn „gesund“ sein. Sorgen Sie in den nächsten Tagen dafür, dass Sie dieses Gericht ein Mal auf Ihren Teller bekommen.

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