Ernährung: Studie zeigt große Wissenslücken bei Deutschen – Unterschied bei Geschlechtern

Ernährung ist ein komplexes Thema: Neben den richtigen Lebensmitteln ist auch wichtig, wie oft und wann wir essen. Eine Studie der AOK kommt nun zu dem Ergebnis, dass es vielen Deutschen dabei an wichtigem Wissen fehlt. Knapp 54 Prozent der Erwachsenen haben laut der Studie schlechte Ernährungskompetenzen.

Mehr als die Hälfte der Deutschen weiß nicht über gesunde Ernährung Bescheid. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte AOK-Studie zur Ernährungskompetenz. Knapp 54 Prozent der Erwachsenen verfügen demnach über problematische oder gar ungeeignete Kompetenzen, wie gesunde Ernährung funktioniert. Bei rund 46 Prozent ist das Wissen darüber ausreichend.

Im Auftrag der AOK wurden im Januar rund 2000 Bundesbürger beispielsweise zur eigenen Zubereitung von Lebensmitteln, zur Planung von Mahlzeiten, zur Auswahl von Snacks und zur Nutzung der Nährwertkennzeichnung befragt.

Ernährung: Große Wissenslücken bei jungen Menschen

Sorge bereiten laut AOK vor allem die Wissenslücken bei jungen Leuten. Nur jeder dritte junge Erwachsene weiß demnach, was gesunde Ernährung ausmacht. Bei den 18- bis 24-Jährigen verfügen nur rund 37 Prozent über eine ausreichende Ernährungskompetenz. AOK-Chef Martin Litsch nannte dies "alarmierend". "Nur jeder dritte junge Erwachsene weiß, wie gesunde Ernährung funktioniert", so Litsch.

Das Thema Ernährung müsse fester Bestandteil des Schulunterrichts werden, forderte er. Zudem müsse es in die Jugendarbeit und Erwachsenenbildung integriert werden.

Klare Unterschiede zeigen sich der Umfrage zufolge zwischen den Geschlechtern. Während mehr als die Hälfte der Frauen (53 Prozent) eine ausreichende Ernährungskompetenz besitzt, sind es bei den Männern gerade einmal 38 Prozent.

Ernährung auch eine Frage der Schulbildung

Auch das Bildungsniveau hat Einfluss. So besitzen nur rund 37 Prozent der Menschen mit einem Haupt- oder Volksschulabschluss ausreichendes Wissen über gesunde Ernährung, bei Menschen mit Abitur liegt der Anteil bei 56,4 Prozent. Die Ergebnisse von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich dagegen nicht.

Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, berichtete über "einen zunehmenden Rückgang" der Fähigkeiten zur eigenen Zubereitung von Mahlzeiten bei jungen Eltern. "Dies ist auch deshalb problematisch, weil Fertigprodukte regelmäßig zu viel Kalorien, Zucker, gesättigtes Fett und Salz enthalten", warnte der Kinderarzt.

Lesen Sie auch: Wenn der Körper immer Süßes will – Wir sind süchtig nach Zucker: 6 Tricks, wie Sie die Gier austricksen und abnehmen

Die größten Problemen bereitet der Studie zufolge unter den insgesamt acht untersuchten Kompetenzfeldern der Bereich "gesundes Vergleichen". Fast drei Viertel der Befragten fällt es schwer, beispielsweise Produkte auf ihren Kalorien-, Fett-, Zucker- oder Salzgehalt zu überprüfen und die richtige Auswahl zu treffen.

AOK kritisiert hohen Zuckergehalt in Fertiglebensmitteln

Zum wiederholten Mal problematisierte der AOK-Bundesverband auch die hohen Zuckergehalte in vielen Lebensmitteln. So würden beispielsweise 80 Prozent der Fertiglebensmittel in Supermärkten zugesetzten Zucker enthalten. Den Verbrauchern fehle es daher schon beim Einkauf an gesunden Optionen, so das Fazit der Studie.

Die AOK fordert daher erneut eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln. Die in Deutschland eingeführte Lebensmittelampel, der sogenannte Nutri-Score, bringe nichts, wenn dies für die Lebensmittelindustrie freiwillig bleibe, kritisierte Litsch.

Mehr zum Thema Ernährung


  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Das sind die 10 Regeln für ein gesundes Leben


  • Welche Lebensmittel die Nieren zerstören – und welche sie schützen


  • Welche Lebensmittel den Darm zerstören – und was ihn schützt

  • Flammkuchen – Blitzrezept: So geht die schnelle Alternative zum Klassiker

    Esslust Mit Creme Fraiche und Käse: Flammkuchen – Blitzrezept: So geht die schnelle Alternative zum Klassiker

    Quelle: Den ganzen Artikel lesen