Alliance Healthcare und Gehe vereinbaren Zusammenarbeit

Paukenschlag im Großhandelsmarkt: Die beiden Pharmahandelskonzerne McKesson Europe (Gehe) und Walgreens Boots Alliance (Alliance Healthcare) haben vereinbart, ihre deutschen Großhandelsgeschäfte zusammenzulegen. Nach Informationen von DAZ.online reagieren die Konzerne damit auf sinkende Margen, zudem sollen Synergien und Effizienzen entstehen. Das neue Joint Venture soll zu 70 Prozent von WBA und zu 30 Prozent von McKessson kontrolliert werden. Kommt der Zusammenschluss zustande, gäbe es einen neuen Platzhirsch im Großhandelsmarkt.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Gerüchte zu einer möglichen Zusammenarbeit mehrerer Großhändler gegeben. Ende 2017 hatte es dem Vernehmen nach ernstere Gespräche zwischen WBA und Phoenix gegeben, auch in Italien hatte es Hinweise auf eine mögliche Zusammenarbeit der beiden multinationalen Konzerne gegeben. Nun steht aber fest: Die Kooperation soll zwischen WBA und McKesson entstehen. WBA ist hierzulande mit dem Großhändler Alliance Healthcare tätig, die ehemalige Anzag. McKesson Europe hält in Deutschland die Gehe.

Einer Mitteilung der beiden Konzerne zufolge soll das neue Gemeinschaftsunternehmen zu 70 Prozent von WBA und zu 30 Prozent von McKesson gehalten werden. Beide Unternehmen sollen im Aufsichtsrat des Joint Ventures proportional vertreten sein. Die Zusammenarbeit betrifft allerdings nur Geschäftsaktivitäten von WBA und McKesson in Deutschland, in anderen Ländern, in denen beide Konzerne präsent sind, soll alles beim Alten bleiben. 

Klar ist: Klappt der Mega-Deal zwischen den beiden Konzernen, entsteht im deutschen Großhandelsmarkt ein neuer Platzhirsch. Aus der Branche heißt es, dass beide Konzerne gemeinsam knapp 30 Prozent des Marktes kontrollieren würden. Ob ein solcher Zusammenschluss kartellrechtlich möglich ist, steht allerdings noch nicht fest. Laut der Mitteilung beider Konzerne steht die Transaktion unter dem Vorbehalt der Fusionsfreigabe und der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Dieser Prozess werde mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen.

Vier Gründe für den Zusammenschluss

Nach Informationen von DAZ.online haben die Konzerne vier große Bereiche identifiziert, in denen ein Zusammenschluss der Großhandelstätigkeiten Sinn ergeben würde:

Erstens geht es um das Bestandsmanagement. Dem Vernehmen nach müssen WBA und McKesson Europe in der Regel mehr als 10.000 Produkte vorhalten, die Zahl der in den Apotheken vorgehaltenen Produkte liegt deutlich darunter. WBA und Gehe wollen offenbar den Einsatz ihres Betriebskapitals optimieren und ihre finanzielle Leistung erhöhen, wenn sie im Bestandsmanagement zusammenarbeiten.

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