Mehr Muckis?: Warum es Männern leichter fällt, abzunehmen

Wer langfristig abnehmen will, muss sowohl auf eine gesunde Ernährung als auch auf ein ausreichendes Bewegungspensum achten.

Trotz striktem Plan fällt es dennoch einigen Menschen schwerer, ihrer Traumfigur näher zu kommen oder schlichtweg das aktuelle Gewicht zu halten.

Schuld daran sind unter anderem die genetischen Veranlagerungen und Grundvoraussetzungen, die von Körper zu Körper variieren.

Das Geschlecht beeinflusst den Abnehmprozess

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist das Geschlecht. Was schon länger vermutet wurde, wurde jetzt durch die Ergebnisse einer Studie bestätigt: Männern fällt das Abnehmen leichter als Frauen.

Innerhalb der Studie, die in der Fachzeitschrift ‚Diabetes, Obesity and Metabolism‘ veröffentlicht wurde, begleiteten Wissenschaftler über acht Wochen lang rund 2.000 Menschen.

Alle Probanden litten an Prä-Diabetes – die Zuckerwerte im Blut sind erhöht, jedoch liegt noch kein Diabetes vor – und befolgten über den Zeitraum die gleiche, stark kalorienreduzierte Diät.

Ihre tägliche Nahrungsaufnahme beschränkte sich dabei auf 800 Kalorien, die überwiegend in flüssiger Form von Suppen und Shakes oder durch kalorienarmes Gemüse aufgenommen wurden.

Männer profitieren von einer Diät mehr als Frauen

Nach der Studienzeit hatten 35 Prozent der Teilnehmer einen normalen Blutzuckerspiegel und galten nicht mehr als prä-diabetisch.

Allerdings hatten die Männer insgesamt mehr von der Diät profitiert: Sie verloren im Durchschnitt rund 12 Kilo, während es bei den Frauen durchschnittlich nur 10 Kilo waren.

Hinzu kam, dass die männlichen Probanden verbesserte Gesundheitsmerkmale wie eine niedrigere Herzfrequenz sowie einen geringeren Körperfettanteil vorweisen konnten.

Größere Muskelmasse durch Testosteron

Dieser Vorteil wird durch die unterschiedlichen Geschlechtshormone erzeugt, welche ab Beginn der Pubertät im Körper gebildet werden.

Bei Frauen beginnt mit der Pubertät die Produktion von Östrogen, wodurch sich vor allem um die Hüften herum mehr Fett anlagert, welches bei einer möglichen Schwangerschaft benötigt werden würde.

Bei Männern wiederum handelt es sich um Testosteron, das ihnen unter anderem dabei hilft, Muskelmasse aufzubauen. Und die wiederum hilft, auch im Ruhemodus mehr Kalorien zu verbrennen.

Männer können deshalb mehr Energie über die Nahrung aufnehmen, ohne dass sich dies auf ihre Figur auswirkt.

Um das Gewicht zu halten, können Männer beispielsweise im Schnitt 2.200 Kalorien essen, während es bei Frauen nur 2.000 sind. Um abzunehmen, sollten Männer die Zufuhr auf durchschnittlich 1.700 Kalorien beschränken, Frauen auf 1.500.

Der Körper baut im Alter Muskeln ab

Abgesehen von den Hormonen, macht es das voranschreitende Alter beiden Geschlechtern nicht gerade einfacher, Gewicht zu verlieren. Bereits ab 25 beginnt der Körper mit dem Muskelabbau.

„Wenn wir zu altern beginnen, verlieren wir drei bis acht Prozent der Muskelmasse“, erklärt die Ernährungspezialistin Lisa Martich in einem Interview mit der ‚today‘.

Da Frauen im Allgemeinen über kleinere Reserven an Muskelmasse verfügen, wirke sich dieser Verlust stärker aus als bei Männern. Der Körper verbrennt weniger Kalorien, Fettpölsterchen langern sich schneller an.

Dem Muskelabbau entgegenwirken

Glücklicherweise kann diesem Muskelabbau entgegengewirkt werden – durch eine gesunde Kombination aus regelmäßigen Krafttrainingseinheiten und einer angemessenen Proteinaufnahme.

Auch Frauen sollten sich trauen und häufiger zu schweren Gewichten greifen. Denn Kraftsport kann dabei helfen, die Reduzierung des Körperfettanteils über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.

Zudem stärkt eine größere Muskelmasse noch in anderen Aspekten die allgemeine Gesundheit. Der Blutdruck sinkt, der Schlaf wird besser und Depressionen können gelindert werden.

Deshalb: Kontinuierlich am Ball bleiben, sowohl auf die Ernährung als auch auf die Trainingsziele achten und sich dabei nicht von den Fortschritten anderer Personen aus dem Konzept bringen lassen. Jeder Körper arbeitet anders.

Quelle

  • Christensen, P., et al. (2018): Men and women respond differently to rapid weight loss: Metabolic outcomes of a multi‐centre intervention study after a low‐energy diet in 2500 overweight, individuals with pre‐diabetes, abgerufen am 13.11.2019 https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/dom.13466

Cornelia Bertram

*Der Beitrag „Mehr Muckis?: Warum es Männern leichter fällt, abzunehmen“ wird veröffentlicht von FitForFun. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen